Flug über Rhein bei Niedrigwasser (Foto: SWR)

Der trockene Rhein Wenn Niedrigwasser zur Gefahr wird

Der heiße und trockene Sommer lässt den Wasserstand des Rheins immer weiter sinken. Das Niedrigwasser ist aber nicht nur für den Schiffsverkehr gefährlich, sondern kann es auch für den Menschen werden.

Dauer

Bei brütender Hitze ist der Wunsch nach Abkühlung groß. Doch vor einem erfrischenden Bad im Rhein warnt die Wasserschutzpolizei nach wie vor. Denn dieses kann im schlimmsten Fall tödlich enden - vor allem bei Niedrigwasser.

Durch den niedrigen Wasserstand ist beispielsweise die Fahrrinne schmaler und deshalb die Sogwirkung durch Schiffe größer. Schwimmer werden laut Wasserschutzpolizei dann noch stärker mitgezogen, als es normalerweise der Fall ist. Erst Anfang August waren zwei Mädchen im Rhein bei Worms ertrunken. Nur wenige Tage später war ein 39-Jähriger leblos an der gleichen Stelle entdeckt worden. Er hatte versucht einen Jungen aus dem Rhein zu retten.

Der Rhein braucht Dauerregen

Am Freitag soll der Wasserstand in Koblenz laut der Bundesanstalt für Gewässerkunde gerade einmal 50 Zentimeter betragen. Für steigende Wasserstände brauche es anhaltende Regenschauer, meint das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt in Bingen. Drei bis vier Tage Dauerregen seien wünschenswert. Doch nach den Prognosen des Deutschen Wetterdiensts sind die erstmal nicht in Sicht.

Das Niedrigwasser ist zudem eine Herausforderung für den Kampfmittelräumdienst. Erst Anfang August mussten 66 Flakpatronen am Mainzer Winterhafen gesprengt werden. Der niedrige Pegelstand im Rhein hatte Munition aus dem Zweiten Weltkrieg freigelegt.

Frachtschiff auf Rhein bei Niedrigwasser (Foto: picture-alliance / dpa)
Die Schifffahrt ist wegen des Niedrigwassers zum Teil eingeschränkt

Was Niedrigwasser für Industrie und Tourismus bedeutet

Wegen des niedrigen Wasserstandes ist zudem die Schifffahrt teilweise eingeschränkt. Das Passieren ist stellenweise nur noch mit halber Ladung möglich. Fahrgastschiffe können zeitweise manche Anlegestellen am Rhein nicht mehr anfahren - unter anderem Kamp-Bornhofen und Rhens.

Ende Juli und Anfang August hatte es nicht nur Probleme mit dem Niedrigwasser, sondern auch mit der Temperatur des Rheins gegeben. Wassertemperaturen um die 28 Grad hatten Dauerstress für die Fische bedeutet. Vereinzelt waren laut dem rheinland-pfälzischen Landesamt für Umwelt auch tote Fische gefunden worden. Die BASF und das Kraftwerk Mainz-Wiesbaden mussten ihre Produktion drosseln, da sie weniger Flusswasser zur Kühlung nutzen konnten.

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