Eine lachende Julia Klöckner. Die Rheinland-Pfälzerin wurde beim CDU-Parteitag in Hamburg als Vizechefin wiedergewählt. (Foto: picture-alliance / dpa)

CDU-Parteitag in Hamburg Klöckner sieht Ziemiak-Wahl als Zukunftssignal

CDU-Parteivizechefin Julia Klöckner hat die Wahl von Paul Ziemiak zum neuen Generalsekretär begrüßt. Der 33-Jährige war beim Parteitag in Hamburg mit 62,8 Prozent der Stimmen gewählt worden.

"Den Bundesvorsitzenden der Jungen Union als Generalsekretär zu berufen, ist ein klares Zukunftssignal. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit mit Paul Ziemiak", sagte Klöckner am Samstag.

Einen Tag zuvor war Klöckner mit 86 Prozent der Stimmen als Stellvertreterin der neuen CDU-Bundesvorsitzenden Annegret Kramp-Karrenbauer bestätigt worden. 2016 hatte die rheinland-pfälzische Parteichefin mit 86,2 Prozent ein beinahe identisches Ergebnis erzielt.

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Weitere Stellvertreter: Bouffier, Laschet, Strobl, von der Leyen

Neben Klöckner gehören Volker Bouffier (Ministerpräsident Hessen), Armin Laschet (Ministerpräsident Nordrhein-Westfalen), Thomas Strobl (Innenminister Baden-Württemberg) und Ursula von der Leyen (Verteidigungsministerin) zu den Stellvertretern.

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"Ich freue mich sehr über die große Zustimmung und Unterstützung der Delegierten", sagte Klöckner. Sie blicke mit Zuversicht in die Zukunft. "Mir wird wichtig sein, dass wir wieder mehr debattieren, an der Sache orientiert. Die Debatten in der Gesellschaft sind allzu häufig moralisch aufgeladen."

CDU werde "nicht alles über Bord" werfen

Die Rheinland-Pfälzerin gratulierte Annegret Kramp-Karrenbauer zu deren Sieg als neue CDU-Bundesvorsitzende. Die Partei werde sich nun neu aufstellen, aber nicht alles über Bord werfen.

"Annegret Kramp-Karrenbauer ist sachorientiert, argumentationsstark und führt zusammen", so Klöckner. Die Suche nach der Parteispitze nannte sie ein "Hochfest der Parteiendemokratie".

Kramp-Karrenbauer folgt Merkel

Die Delegierten hatten in Hamburg die bisherige CDU-Generalsekretärin Kramp-Karrenbauer zur neuen Parteivorsitzenden gewählt. Die frühere saarländische Ministerpräsidentin setzte sich in einer Stichwahl gegen Ex-Unionsfraktionschef Friedrich Merz durch. Kramp-Karrenbauer erhielt 517 der 999 abgegebenen gültigen Stimmen, Merz 482. Nötig war eine Mehrheit von 500 Stimmen. Gesundheitsminister Jens Spahn war nach dem ersten Wahlgang ausgeschieden.

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Nach mehr als 18 Jahren an der Parteispitze hatte sich Merkel nicht mehr zur Wiederwahl gestellt. Über ihren Nachfolger stimmten die Delegierten in geheimer Wahl ab, darunter 89 Rheinland-Pfälzer.

Auch der rheinland-pfälzische Fraktionschef Christian Baldauf (Frankenthal) gehörte zum Kreis der Delegierten. Er würde sich sehr freuen, wenn sowohl Merz als auch Spahn am Ball blieben, sagte er in Hamburg nach den Wahlen. Baldauf selbst wurde am Freitagabend mit mehr als 89 Prozent der Stimmen wieder in den Bundesvorstand gewählt. Genauso wie die Bundestagsabgeordnete Mechthild Heil aus dem Wahlkreis Ahrweiler (rund 84 Prozent).

Rheinland-pfälzische Politiker zu AKK

Glückwünsche erhielt Kramp-Karrenbauer auch von anderen Parteien in Rheinland-Pfalz. "Rennen war spannend", so SPD-Landtagsfraktionschef Alexander Schweitzer bei Twitter. Der FDP-Landesvorsitzende Volker Wissing schrieb, die CDU habe unterstrichen, dass sie mehr Merkel als Merz sei.

Die Landesvorsitzende der Grünen, Jutta Paulus, wünschte Kramp-Karrenbauer "ein gutes Händchen mit den jetzt sicher verärgerten alten Männern". Der AfD-Landesvorsitzende Uwe Junge sprach von einem Wunschergebnis für seine Partei, die CDU sei maximal gespalten.

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