CDU-Bundesvize schaltet sich in Debatte ein Klöckner setzt bei Kanzler-Kandidatenkür auf Bewährtes

Die stellvertretende CDU-Bundesvorsitzende Julia Klöckner hat sich in die Diskussion um die Kanzlerkandidatur in ihrer Partei eingeschaltet. Sie betonte, dass es keinen Grund gebe, vom bisherigen Prozedere abzuweichen.

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"Wir haben bisher wirklich sehr gute Erfahrungen gemacht mit dem Konzept, wie wir es bisher auch gehalten haben. Neues diskutieren kann man immer, am Ende muss man aber schauen, was für eine Partei auch gut ist", sagte Klöckner im Gespräch mit dem SWR. Sie reagierte damit auf den Vorschlag des konservativen CDU-Flügels Werteunion, der eine Urwahl gefordert hatte.

Man könne nicht dazu aufrufen, dass jeder Kanzler sein könne. Politik sei auch ein Handwerk, vor allen Dingen, wenn man an die Spitze eines Staates wolle. "Insofern ist es ganz gut, sich offen zu zeigen für Vorschläge, aber am Ende auch zu schauen, dass es nicht nur eine schnelle Schlagzeile ist", so Klöckner weiter. Bisher nominierten CDU und CSU immer gemeinsam einen Kanzlerkandidaten.

Brinkhaus und Laschet heizen Diskussion an

Am Wochenende hatten Unionsfraktionschef Ralph Brinkhaus (CDU) und Bundesvize Armin Laschet die Debatte ins Rollen gebracht. Brinkhaus sagte in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur, er sei überzeugt, dass CDU-Chefin Annegret Kramp-Karrenbauer nächste Kanzlerkandidatin der Union wird.

Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Laschet (CDU) hatte dagegen der "Welt am Sonntag" gesagt, mit Kramp-Karrenbauers Wahl zur Parteivorsitzenden sei noch keine Entscheidung über die nächste Kanzlerkandidatur verbunden gewesen. AKK habe vorgeschlagen, die Kanzlerkandidatur auf dem CDU-Parteitag Ende 2020 zu entscheiden. "Ende 2020 ist nicht heute und nicht jetzt", sagte Laschet, der selbst als möglicher Aspirant gilt.

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