Prozess wegen Vergewaltigung einer Camperin in der Bonner Siegaue (Foto: SWR)

Bundesgerichtshof kassiert Urteil Vergewaltigung in Bonn: Urteil teils aufgehoben

Das Landgericht Bonn muss erneut über das Strafmaß für den nach der Vergewaltigung einer Camperin in der Siegaue verurteilten Täter verhandeln. Das entschied der Bundesgerichtshof.

Die obersten deutschen Strafrichter bestätigten zwar den Schuldspruch, das Bonner Gericht muss aber die Schuldfähigkeit erneut prüfen. Das Landgericht habe nicht ausreichend dargelegt, inwieweit sich die Persönlichkeitsstörung des Angeklagten nicht auf die Tat ausgewirkt habe, teilte der BGH in einem am Mittwoch veröffentlichten Beschluss mit. Deshalb müsse das Landgericht nun eine mögliche verminderte Schuldfähigkeit des Angeklagten prüfen und das Strafmaß neu festlegen.

Das Landgericht hatte den Mann im vergangenen Oktober wegen besonders schwerer Vergewaltigung und räuberischer Erpressung zu elfeinhalb Jahren Haft verurteilt. Den Schuldspruch - also die Verurteilung wegen Vergewaltigung und räuberischer Erpressung - bestätigte der BGH.

Strafe könnte geringer ausfallen

Falls aber eine andere Kammer des Landgerichts nun zu dem Ergebnis komme, dass der Angeklagte bei der Tat vermindert schuldfähig war, könne seine Strafe geringer ausfallen, erläuterte eine BGH-Sprecherin.

Der Mann soll im April 2017 ein junges Paar in der Siegaue überfallen haben, das dort zeltete. Er soll die beiden zuerst gezwungen haben, ihm ihre Wertsachen zu geben. Er bedrohte seine Opfer mit einer Astsäge und vergewaltigte die damals 23 Jahre alte Frau aus dem Raum Freiburg.

Im Prozess bestritt der abgelehnte Asylbewerber aus Ghana die Tat. Das Landgericht hatte auf Grundlage eines psychiatrischen Gutachtens eine Persönlichkeitsstörung des Angeklagten angenommen. Bei der Tat sei die Steuerungsfähigkeit des Mannes jedoch nicht eingeschränkt gewesen. Dies sah der BGH nicht ausreichend belegt.

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