Ein Nagelkreuz steht vor einer Bibel auf einer Bühne. Einen Monat vor der Europawahl haben sich die evangelischen Kirchen im deutsch-französischen Grenzgebiet in einer gemeinsamen Erklärung gegen Populismus und Abgrenzung ausgesprochen. (Foto: dpa Bildfunk, Ralf Hirschberger)

Evangelische Kirche im Rheinland Landessynode plant mit Überschuss-Haushalt

In Bonn-Bad Godesberg hat am Samstag die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland getagt. Erstmals befasste sie sich nur mit Finanzfragen.

Das Kirchenparlament verabschiedete den Haushalt für das Jahr 2020. Danach soll die zweitgrößte Landeskirche in Deutschland mit einem Etat von 630,2 Millionen Euro wirtschaften. Der Haushalt weist einen Überschuss von knapp einer Million Euro aus. Zum vierten Mal in Folge legt die rheinische Kirche damit einen positiven Haushalt vor, vor allem dank steigender Kirchensteuereinnahmen durch die gute wirtschaftliche Entwicklung sowie umfangreicher Ausgabenkürzungen in den vergangenen Jahren.

Personal ist größter Kostenfaktor

Gut zwei Drittel des Geldes wird für das Personl, vor allem die rund 1.700 Pfarrer ausgegeben. Allein in die Ruhestandsversorgung fließen mehr als 180 Millionen Euro.

Die Landessynode beschloss außerdem, den Finanzausgleich zwischen armen und reichen Kirchengemeinden zu verstärken. Bis zum Jahr 2023 sollen Gemeinden mit geringerem Kirchensteueraufkommen 97 Prozent des Durchschnittsbetrags erhalten, den die Mitglieder an Kirchensteuern zahlen. Derzeit sind es 95 Prozent. Der Finanzausgleich soll gewährleisten, dass Kirchengemeinden und Kirchenkreise ihre Aufgaben unabhängig von ihrem Kirchensteueraufkommen erfüllen können. "Es wird gerechter", kommentierte Kirchensprecher Jens Peter Iven den Beschluss.

"Es gibt mehr als ein gut gefülltes Bankkonto"

Im Eröffnungsgottesdienst hatte die Sozialwissenschaftlerin Helga Siemens-Weibring dazu aufgerufen, Gottes Wirken auf der Erde sichtbar zu machen. In der Kirche gehe es zunächst nicht um Finanzen, Wachstum oder Erfolg, sondern darum, "die Geheimnisse Gottes" gut und treu zu verwalten - zum Wohl der Menschen und der Schöpfung.

Gottesdienst zum Auftakt der Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (Foto: Pressestelle, Evangelische Kirche im Rheinland)
Die Landessynode startete mit einem Gottesdienst Pressestelle Evangelische Kirche im Rheinland

Alle Menschen müssten erfahren und spüren können, dass es sich lohne, mit Gott durch das Leben zu gehen, sagte das Mitglied der rheinischen Kirchenleitung. Es gebe "mehr als ein gut gefülltes Bankkonto, mehr als das Schneller, Höher, Weiter, in dem wir im Alltag so häufig gefangen sind".

Die Tagung in Bonn war eine Premiere: Erstmals kam die Synode zu einer zweiten regulären Tagung im Jahr zusammen. Ihr übliches Jahrestreffen im Januar wird dafür um einen Tag verkürzt, die Synode muss dann in der Regel nicht mehr über Finanzfragen beraten.

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