Schulkinder mit Ranzen (Foto: SWR)

Betreuungsangebote für Schüler in Rheinland-Pfalz Wenn Ferien für Eltern zum Problem werden

Sechs Wochen Sommerferien - für Schulkinder die beste Zeit des Jahres. Doch für viele berufstätige Eltern bedeutet das jede Menge Stress. Das Land Rheinland-Pfalz will daher künftig mehr Betreuungsangebote für die Ferien schaffen.

Die Zeugnisse sind verteilt, die Schulglocke hat das letzte Mal geläutet. Die erste Ferienwoche hat in Rheinland-Pfalz gerade begonnen, fünf weitere folgen noch. Für Doppelverdiener und Alleinerziehnde keine leichte Zeit, denn mehr als drei Wochen Urlaub ist oftmals nicht drin. Wohin also mit dem Nachwuchs in der restlichen Zeit?

Mehr als 27.000 Kinder und Jugendliche im Land haben im vergangenen Jahr an Ferienbetreuungsangeboten teilgenommen - ein neuer Höchststand. Im Jahr 2016 waren noch rund 11.000 Teilnehmer gezählt worden.

Kochen lernen und Theater spielen

Die Angebote der Städte und Gemeinden sind inzwischen vielseitig und reichen von Museums- und Schwimmbadbesuchen über Theater- und Kochkurse bis hin zu ganztägigen Ausflügen oder Zeltlagern. Viele davon sind kostenfrei. Doch das muss erst einmal finanziert werden.

Mit einer Million Euro will sich das Land daher in diesem Jahr an den Ferienangeboten beteiligen. Das ist mehr als das Dreifache als noch im Jahr 2016. Ob die Kosten anteilig auf die Eltern verteilt werden, überlasst das Land den Jugendämtern als Träger der Angebote. "Uns ist wichtig, dass die Kinder in den Ferien gut versorgt sind", sagt Bildungsminsiterin Stefanie Hubig (SPD).

Kampf um die Karten

Doch vielen Eltern ist das noch nicht genug. Sie beklagen, dass der Großteil der Angebote in den großen Städten und Ballungszentren zu finden seien. In ländlichen Regionen würden zum Teil nur zehn Prozent der interessierten Eltern überhaupt einen Platz für ihre Kinder ergattern.

Aber auch in der Landeshauptstadt Mainz ist der Andrang groß. Wer sicht nicht rechtzeitig kümmert und um einen Platz bewirbt, geht leer aus. "Es wird zwar immer mehr, aber es ist immer noch schwierig", erzählt eine Mutter. Sie sei extra früh aufgestanden, um beim Restkartenverkauf im Haus der Jugend noch eine Ferienkarte für ihre Kind zu bekommen.

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Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter ausbauen

"Jedes Kind soll einen Betreuungsplatz erhalten, wenn es einen benötigt", sagte dagegen Bildungsministerin Hubig noch am Freitag im Mainzer Landtag in Mainz. Oberstes Ziel sei, die gute Vereinbarkeit von Familie und Beruf in den Ferienzeiten.

Während bisher nur Maßnahmen gefördert worden seien, die zwei Wochen lang und pro Tag acht Stunden dauerten, könnten nun auch kürzere Veranstaltungen an einzelnen Tagen gefördert werden.

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Zudem plant das Ministerium, auch im Doppelhaushalt für 2019 und 2020 jeweils eine Million Euro für die Betreuungsangebote der Jugendämter zur Verfügung zu stellen. Der Landtag entscheidet darüber im Herbst.

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