In Metallberufen gibt es deutlich mehr Bewerber als Stellen (Foto: picture-alliance / Reportdienste, picture alliance/imageBROKER)

Bertelsmann-Studie zur beruflichen Bildung Betriebe und Azubis finden oft nicht zusammen

In rheinland-pfälzischen Betrieben bleiben immer öfter Stelle unbesetzt, obwohl es noch viele suchende Bewerber gibt. Das steht in der neuen Bertelsmann-Studie zur beruflichen Bildung. Gründe werden auch genannt.

Die Bertelsmann Stiftung stellte die Ergebnisse der Studie am Mittwoch vor. Demnach sank zwar die Zahl der unvermittelten Bewerber, gleichzeitig blieben aber auch mehr Stellen offen. Im vergangenen Jahr hätten in Rheinland-Pfalz rund 3.900 Bewerber keine Stelle gefunden, vor zehn Jahren seien es noch rund 4.300 gewesen. Im gleichen Zeitraum sei die Zahl der unbesetzten Azubi-Stellen von etwa 870 auf 2.565 angestiegen.

Bei mehr als der Hälfte der Stellen gebe es zwar interessierte Jugendliche in der entsprechenden Region, aber trotzdem seien keine Verträge abgeschlossen worden. Grund sei oft, dass der Ausbilder den Bewerber oder der potenzielle Azubi den Betrieb nicht geeignet gefunden habe.

Ein anderer Grund für die offenen Stellen: Die Berufswünsche und die Ausbildungsplätze passen laut Studie bei etwa einem Drittel der Fälle nicht zueinander. Bei Elektro-, Informatik- und Metallberufen gebe es beispielsweise deutlich mehr Bewerber als Angebote. Ein Bewerbermangel herrsche hingegen im Ernährungshandwerk und in Hotel- und Gaststättenberufen.

Auch die Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit hatte zuletzt "eine nachlassende Dynamik am Arbeitsmarkt" beklagt und mitgeteilt, dass zahlreicher Lehrstellen noch unbesetzt seien.

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"Rahmenbedingungen verbessern"

"Politik, Schulen und Betriebe sollten gemeinsam daran arbeiten, Jugendliche auch für Berufe zu begeistern, die sie bislang noch nicht auf dem Zettel hatten", sagte Claudia Burkard, Berufsbildungs-Expertin der Bertelsmann Stiftung. Auch gelte es, die Rahmenbedingungen in den Branchen zu verbessern, die besonders von Besetzungsproblemen betroffen sind.

Die Untersuchung "Ländermonitor berufliche Bildung 2019" wurde von der Wirtschaftspädagogik der Universität Göttingen und vom Soziologischen Forschungsinstituts in Göttingen durchgeführt. Für das Projekt wurden der Bertelsmann Stiftung zufolge unter anderem Daten von der Bundesagentur für Arbeit und den statistischen Ämter des Bundes und der Länder ausgewertet. Der Ländermonitor erschien erstmals 2015 und wird alle zwei Jahre aktualisiert.

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