Volker Wissing (FDP) fordert Agrar- und Klimarat in Deutschland (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Bauernproteste in mehreren Städten Wissing kritisiert Agrarpläne der Bundesregierung

Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP) fordert einen nationalen Agrar- und Klimarat in Deutschland. Die Bundesregierung müsse den Insekten- und Naturschutz gemeinsam mit der Landwirtschaft vorantreiben.

Durch die undifferenzierten Pläne der Bundesregierung für mehr Umwelt- und Tierschutz seien landwirtschaftliche Betriebe in ihrer Existenz bedroht, sagte Wissing am Dienstag dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (rbb).

"Dieser 'Rasenmäher' vernichtet landwirtschaftliche Betriebe, und das wird nicht gut sein für die Umwelt", so der rheinland-pfälzische FDP-Vorsitzende, "Wir werden nicht aus dem Ausland umweltfreundlichere oder gesündere Lebensmittel importieren können, wenn unsere Landwirte in den Ruin getrieben werden."

Landwirte aus Rheinland-Pfalz nehmen heute an einer zentralen Protest-Kundgebung in Bonn teil. Auch in Berlin findet eine Traktor-Demonstration rund um die Siegessäule statt.

Wissing: Anstrengungen der Bauern werden nicht honoriert

Wissing fordert, dass Fachleute aus verschiedenen Bereichen an einen Tisch geholt werden. Bereits jetzt unternehme die Landwirtschaft enorme Anstrengungen. Als Beispiel nannte Wissing sogenannte Blühstreifen, die Bauern für Bienen anlegen. Das werde aber alles nicht honoriert.

"Es ist ein Irrglaube, wenn man denkt, man könne alle Pflanzenschutzmittel verbieten, und am Ende bräuchte man dann keine mehr. Wenn man differenziert vorgehen möchte, dann muss man sich die einzelnen Anbauarten anschauen", sagte Wissing, der derzeit Vorsitzender der Agrarministerkonferenz der Bundesländer ist.

Laut Wissing wäre es zum Beispiel für Umwelt und Landwirtschaft sinnvoller gewesen, wenn man beim Zuckerrübenanbau die Saatgut-Beize mit Neonikotinoiden zugelassen hätte. "Da besteht auch keine Gefahr für Bienen, denn Zuckerrüben blühen nicht."

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