Schwerer Unfall auf der A61: Ein 21-Jähriger prallte gegen eine Walze und starb (Foto: SWR)

Unfallatlas veröffentlicht Hier hat es in Rheinland-Pfalz am häufigsten gekracht

Etwa 19.000 Menschen wurden im vergangenen Jahr in Rheinland-Pfalz bei einem Autounfall verletzt, 177 getötet. Wo es besonders viele Unfälle gibt, zeigt jetzt ein Unfallatlas.

In dem Atlas sind auf einer interaktiven Karte alle Autounfälle aus 2016 und 2017 aus Rheinland-Pfalz verzeichnet, bei denen es Verletzte oder Tote gab. Darin sind Straßenabschnitte nach der Häufigkeit von Unfällen farblich markiert, außerdem kann man sich die genauen Unfallorte anzeigen lassen. Unterschieden wird zwischen Unfällen mit Autos, Motorrädern, Radfahrern und Fußgängern.

Veröffentlicht wurde der Unfallatlas von den Statistischen Ämtern des Bundes und der Länder. Die Daten basieren auf Geokoordinaten der Polizei bei der Unfallaufnahme.

Hinweis: In der Leiste links können Sie wählen, ob Unfallhäufigkeiten, Unfallorte oder beides angezeigt werden soll. Durch einen Klick auf das X links oben wird die Leiste minimiert.

ADAC: Atlas zeigt, wo Nachholbedarf besteht

Nach den Angaben aus dem Atlas gehören vor allem Straßenabschnitte in und um größere Städte zu den Unfallschwerpunkten in Rheinland-Pfalz. Dazu gehören Straßen in Mainz, Ludwigshafen, Trier, Koblenz und Kaiserslautern, aber auch in kleineren Regionalzentren wie in Worms, Neustadt an der Weinstraße und Pirmasens.

Dass Unfälle sich genau dort häufen, überrascht Herbert Fuss vom ADAC Mittelrhein nicht. Schließlich träfen dort Fußgänger, Radfahrer und Autos aufeinander, dazu kämen viele Abbiegevorgänge. "Der Verkehr wird immer mehr. Wo viel Bewegung ist, passiert auch viel", so Fuss im SWR-Interview. Den Unfallatlas bewertet er positiv. Jetzt könne man konkret sehen, wo Nachholbedarf in der Verkehrssicherheit bestehe. Diese Gefahrenpunkte gelte es dann zu entschärfen.

Autounfall (Symbolbild) (Foto: imago/7aktuell)
Nach Angaben des ADAC führt vor allem menschliches Versagen zu Autounfällen imago/7aktuell

Keine Musterlösung für alle Gefahren

Eine Musterlösung für alle Gefahrenpunkte werde es aber nicht geben können. "Das ist von Ort zu Ort sehr unterschiedlich", so Fuss. Manchmal helfe eine andere Beschilderung, manchmal seien die Sichtwinkel das Problem und in anderen Fällen der Bewuchs.

Die allermeisten Fehler würden jedoch durch menschliches Versagen entstehen. Er appelliert deswegen an die Verkehrsteilnehmer, sich nicht selbst zu überschätzen, aufmerksam zu bleiben, rücksichtsvoll zu fahren und den Verkehr genau zu beobachten. "Das gilt für Autofahrer genauso wie für Fußgänger und Radfahrer. Die Spielregeln müssen eingehalten werden", so der Experte.

Auch der Landesbetrieb Mobilität (LBM) nutzt Daten des Statistischen Landesamtes, um Unfallschwerpunkte zu erkennen und zu beseitigen, jedoch nicht den Unfallatlas. Die Ergebnisse der Untersuchungen seien dann auch die Grundlage für zukünftige Straßenbaumaßnahmen.

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