Autofahrer müssen gründlich kratzen Ein kleines Sichtfenster reicht nicht

AUTOR/IN

Auch im Winter ist die Straßenverkehrsordnung eindeutig: Die Sicht darf nicht beeinträchtigt sein. Autofahrer müssen also Scheiben und Spiegel freikratzen. Sonst drohen empfindliche Strafen.

Frau kratzt Windschutzscheibe frei (Foto: picture-alliance / dpa)

Wenn die Temperaturen wieder fallen, so wie jetzt, heißt es für viele: morgens früher aufstehen. Wer mit dem Auto zur Arbeit fährt, die Kinder in die Schule bringt oder Besorgungen machen will, der muss zuerst kratzen. Vereiste Scheiben sind für viele eine nervige Angelegenheit, aber hier muss man sorgfältig sein. Einfach nur ein kleines Sichtfenster frei kratzen, weil es schnell gehen muss oder der nächste Halt nur um die Ecke liegt – das sollte man nicht riskieren.

Freie Sicht gesetzlich vorgeschrieben

In der Straßenverkehrsordnung ist festgelegt, dass jeder Autofahrer für freie Sicht sorgen muss. Die Sicht darf nicht durch die Ladung oder den Zustand des Kraftfahrzeugs beeinträchtigt werden. Die Verkehrssicherheit darf nicht leiden. Das heißt im Winter dann: Scheiben freikratzen. Auch die Außenspiegel.

Geringes Bußgeld, aber Mitschuld

Wenn die Polizei einen Autofahrer anhält, der eine dreckige oder vereiste Scheibe hat, kann ein Bußgeld fällig werden. Zwar sind das nur zehn Euro - aber wenn ein Unfall passiert, kann es teuer werden.

Wenn ein Autofahrer etwas übersieht, weil die Scheibe vereist oder beschlagen ist, kann ihn eine Mitschuld am Unfall treffen. Hier kommt es immer auf die konkrete Situation an. Wenn dem Fahrer mit der vereisten Scheibe hinten jemand drauf fährt, hat die freie Sicht nach vorn nicht unbedingt etwas mit dem Unfall zu tun. Aber: Ein Unfall hat auch oft viele Ursachen. Muss der Fahrer abrupt bremsen, weil er ein Hindernis wegen schlechter Sicht zu spät bemerkt und fährt ihm jemand hinten drauf, kann ihn eine Mitschuld treffen. Dann müssen die Kosten unter Umständen geteilt werden.

Übersieht der Autofahrer wegen vereister Scheiben ein Hindernis und es kommt zum Unfall, können sogar strafrechtliche Konsequenzen drohen. Wenn ein Mensch hier zu Schaden kommt, kann sich der Autofahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung strafbar machen, im schlimmsten Fall sogar wegen fahrlässiger Tötung. Hier kann eine Geld- oder Haftstrafe drohen.

Sicher durch den Winter

Wer sicher durch den Winter kommen will und Bußgelder vermeiden möchte, muss nicht nur die Scheibe freikratzen.

Es kann zwischen 60 und 100 Euro kosten, wenn ein Autofahrer bei schneebedeckten Straßen mit Sommerreifen unterwegs ist. Hier müssen Winterreifen aufgezogen werden. Wer den Motor vor Beginn der Fahrt warmlaufen lässt und erwischt wird, muss zehn Euro Bußgeld zahlen. Das ist eine unzulässige Lärmbelästigung und belastet die Umwelt. Bei einem schneebedeckten Kennzeichen droht ein Bußgeld von fünf Euro.

AUTOR/IN
STAND