Ali B. am 12. März vor dem Landgericht Wiesbaden (Foto: SWR)

Aussage im Susanna-Prozess Gutachterin: Ali Bashar hat schwere Persönlichkeitsstörung

Der Angeklagte im Mordfall Susanna hat nach Einschätzung einer Gutachterin eine schwere Persönlichkeitsstörung. Die Tat habe er kühl und sachlich ohne jegliche Betroffenheit geschildert.

Ali Bashar sei nur auf seine eigenen Bedürfnisse konzentriert und manipuliere dafür auch andere Menschen, erklärte die Psychiaterin am Mittwoch vor dem Landgericht Wiesbaden.

Bedauern, Mitleid oder Reue seien nicht festzustellen. "In seiner Entschuldigung sehe ich keine volle Übernahme der Verantwortung", sagte die Gutachterin. Statt für seine Tat gerade zu stehen, mache der irakische Flüchtling andere Personen oder die Umstände dafür verantwortlich.

Dauer

Konkret bescheinigte sie ihm eine dissoziale Persönlichkeitsstörung mit psychopathischen Zügen. Bashar hatte vor Gericht die Ermordung der 14-jährigen Susanna aus Mainz gestanden. Eine Vergewaltigung bestritt er.

Zum Auftakt des Prozesses hatte der 22-Jährige gesagt, ihm sei schwarz vor Augen geworden. Er wisse nicht, wie das geschehen konnte.

Gutachterin: Er hat ein festes Frauenbild

Unter Alkohol werde Bashar aggressiver, er sei jedoch nicht abhängig, auch nicht von Drogen. "Er hat ein festes Frauenbild", erläuterte die Expertin. Eine Frau gehe nicht arbeiten oder alleine auf die Straße, stattdessen solle sie putzen und kochen. Die Gutachterin schilderte Bashar jedoch auch als freundlichen, höflichen, kooperativen und sehr gepflegten Mann.

Ali Bashar am 19. Juni vor dem Wiesbadener Landgericht (Foto: SWR)
Ali Bashar am 19. Juni vor dem Wiesbadener Landgericht

Die Ausführungen der Gutachterin dauerten fünf Stunden und sollen am nächsten Prozesstag fortgesetzt werden. Das Votum der Psychiaterin kann maßgeblich dafür sein, ob Bashar wegen Mordes verurteilt und zusätzlich eine Sicherungsverwahrung angeordnet wird.

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