Pedelec während der Fahrt (Foto: SWR)

Assistenzsysteme für Pedelecs Mehr Sicherheit für Fahrer von E-Bikes

Ein Forschungsprojekt der TU Kaiserslautern will das Fahren mit E-Bikes sicherer machen. Im Fokus stehen dabei Assistenzsysteme, die technisch in die Räder integriert werden können.

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Die Nachfrage nach E-Bikes ist ungebrochen groß. Wie bereits in den Vorjahren steigen die Verkaufszahlen der elektrischen Räder weiter an. Nach einer Prognose des Zweirad-Industrie-Verbandes sollen im Jahr 2018 in Deutschland rund 850.000 E-Bikes verkauft werden, was einem Plus von 18 Prozent entsprechen würde. Von 2014 bis 2017 hatte sich die Zahl der Haushalte mit Elektrofahrrad bereits nahezu verdoppelt.

Spricht man von Elektrorädern, sind meistens Pedelecs gemeint. Bei ihnen setzt der elektrische Antrieb ein, wenn die Pedale bewegt werden.

Steigende Unfallzahlen bei Pedelecs

Mit den Verkaufszahlen stiegen in den letzten Jahren auch die Unfallzahlen. 2017 waren 79 Fahrer von Pedelecs an Unfällen beteiligt, 2014 waren es noch 24. Von Januar bis August 2018 hat das statistische Landesamt Rheinland-Pfalz 88 Unfälle gezählt.

Wie die Sicherheit von Pedelecs erhöht werden kann, wird deshalb seit über zwei Jahren an der Technischen Universität (TU) Kaiserslautern untersucht. Schwerpunkt des Projektes sind Assistenzsysteme, die technisch in die Räder integriert werden können. Gefördert wird das Projekt vom Bundesverkehrsministerium im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans 2020.

Lichtassistent und Kollisionswarnung für E-Bikes gewünscht

Nach einer Online-Befragung von Pedelec-Fahrern wurden dafür verschiedene Systeme gebaut, getestet und von Fahrern bewertet. In der Umfrage hätten sich Pedelec-Fahrer zum Beispiel Lichtassistenten für ihr Rad gewünscht. "Fernlicht, Bremslicht, Blinker", zählt Ingenieur Nicolas Mellinger vom Institut für Mobilität und Verkehr auf. Dazu kamen unter anderem Wünsche nach einem Spurwechsel- und Halte-Assistent und nach einer Frontalkollisionswarnung.

Pedelec im Straßenverkehr (Foto: picture-alliance / dpa)
Die TU Kaiserslautern erforscht, wie Pedelecs sicherer gemacht werden können

Mehr Sicherheit durch Lichtsysteme?

Im zweiten Schritt bauten die Ingenieure E-Räder mit diesen Systemen. Was es noch nicht auf dem Markt gab, entwickelten sie selbst: "Die Frontalkollisionswarnung und die Spurverlassenswarnung - die gibt es sonst nirgendwo", so Mellinger. Ein klares Ergebnis gab es bei den Lichtsystemen. "Die Tester haben sich mit dem Licht sicherer gefühlt als ohne", so Mellinger. Diese Systeme würden die Tester auch am ehesten für ihr Pedelec kaufen.

"Technische Systeme nur Unterstützung"

Aus Sicht des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) Rheinland-Pfalz sind vor allem Fahrtrainings für mehr Sicherheit hilfreich. Einsteiger sollten sich Zeit nehmen und an das neue Rad gewöhnen. "Technische Systeme sind nur Unterstützung", macht Sara Tsudome vom ADFC deutlich. Wichtig sei, dass technisch auch alles richtig eingestellt sei.

Assistenzsysteme für alle Räder?

Auch Ingenieur Nicolas Mellinger hält Fahrtrainings für wirkungsvoll. Mit den von der TU Kaiserslautern getesteten Assistenzsystemen könne jedoch prinzipiell jedes Rad sicherer werden: "Hätte ein normales Fahrrad einen Akku, würden die Systeme genauso auch da funktionieren."

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