Warnstreik (Foto: SWR)

Reisefrust und Warnstreik-Lärm Arbeitskampf an Airports traf 100.000 Passagiere

Der eintägige Warnstreik des Sicherheitspersonals hat auch Flugreisende aus dem Norden von Rheinland-Pfalz getroffen. Ausgebremst wurden sie an den bei ihnen beliebten Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf.

Viele leere Schalter und lautstark demonstrierende Mitarbeiter, wo normalerweise hektische Betriebsamkeit herrschte - gespenstische Stille an den Flughäfen Köln/Bonn und Düsseldorf. Nur vereinzelt kamen am Donnerstag Passagiere durch die Türen und gelangten zum Schalter. Grund dafür: ein eintägiger Warnstreik des Sicherheitspersonals, zu dem die Dienstleistungsgewerkschaft ver.di aufgerufen hatte.

Die Folge: Jeder zweite Flug musste an den großen NRW-Flughäfen gestrichen werden. Am Flughafen Düsseldorf seien 370 von 580 ursprünglich geplanten Starts und Landungen annulliert worden, sagte ein Airportsprecher. Am Flughafen Köln/Bonn strichen die Airlines wegen des Warnstreiks 131 von 199 geplanten Abflügen und Ankünften. Laut ver.di hatten sich am Morgen im Düsseldorf 380 Beschäftigte an dem Warnstreik beteiligt, in Köln/Bonn 450. Gestreikt wurde außerdem am Stuttgarter Flughafen, wo ebenfalls rund die Hälfte der Starts und Landungen gestrichen wurde.

Streit um bundesweit einheitlichen Stundenlohn

Anlass des Warnstreiks ist die angespannte Lage im aktuellen Tarifkonflikt zwischen den Arbeitgebern und ver.di. Die Gewerkschaft fordert einen bundesweit einheitlichen Stundenlohn von 20 Euro pro Stunde. Viel zu viel und nicht bezahlbar, monieren die Arbeitgeber. Sie bieten derzeit ein Plus von 6,4 Prozent.

Tatsächlich entsprächen 20 Euro einer kräftigen Steigerung im teilweise hohen zweistelligen Prozentbereich. Denn die Einkommensspanne ist bisher groß - je nach Region und Tätigkeit liegt sie, grob gesagt, zwischen rund 13 und 17 Euro. Wer Passagiere kontrolliert, bekommt mehr, wer nur Fracht oder Airport-Personal überprüft, weniger.

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