Zwei Mitarbeiter des Veterinäramtes bauen einen Elektro-Wildabwehrzaun inklusive Duftkomponente an einem Waldrand auf.  (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Ronald Bonß/zb/dpa)

Vorbereitung auf möglichen Ausbruch Rheinland-Pfalz kauft weitere Zäune gegen Schweinepest

Im Kampf gegen eine Einschleppung der Afrikanischen Schweinepest wird Rheinland-Pfalz weitere 60 Kilometer Elektrozaun kaufen. Das kündigte Umweltministerin Höfken (Grüne) an.

Außerdem sollten 40 Kilometer an festem Zaun erworben werden, so Ulrike Höfken am Mittwoch in Mainz. Bereits im vergangenen Jahr hatte sich das Land mit den ersten 30 Kilometern Elektrozaun gerüstet. Die Zäune können bei einem Fall von Afrikanischer Schweinepest (ASP) im Land das betroffene Gebiet abgrenzen. Außerdem könnten sie bei Bedarf auch an der Grenze zu Belgien aufgebaut werden, wo es schon einen ASP-Ausbruch gegeben hatte.

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19:30 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Tierseuchenkasse: Mehr Wildschweine schießen

Der Vorsitzende der Tierseuchenkasse in Rheinland-Pfalz, Uwe Bißbort, sprach sich dafür aus, den Bestand an Wildschweinen, die die ASP einschleppen könnten, zum Schutz der Nutztierbestände deutlich zu reduzieren. Biologen sprächen von einem optimalen "Zielbestand" von zwei Wildschweinen pro 100 Hektar. In Rheinland-Pfalz seien es 15 bis 25 Tiere pro 100 Hektar, so Bißbort, der selbst Schweine in einem Betrieb in Pirmasens hält.

Landwirt füttert seine Schweine (Foto: SWR)
Schweinezüchter Uwe Bißbort aus Pirmasens hat mehr als 700 Schweine in seinem Stall.

In Rheinland-Pfalz gibt es seit 2013 ein Monitoring zur ASP. Seit 2018 bekommen Jäger eine Prämie in Höhe von 50 Euro, wenn sie Proben von Wildkadavern nehmen. Die Schonzeit für Wildschweine wurde aufgehoben, auch das Verbot künstlicher Lichtquellen bei der Nachtjagd.

Noch kein Schweinepest-Fall in Rheinland-Pfalz

Bisher ist in Rheinland-Pfalz noch kein Schwein an der Seuche erkrankt. Zuletzt waren jedoch Fälle im benachbarten Belgien bekannt geworden. "Es ist das oberstes Ziel, eine Einschleppung der ASP in die hiesige Hausschwein- und Wildschweinpopulation zu verhindern", so Höfken.

Luxemburg hat aufgrund der nachgewiesenen Fälle in Belgien einen Zaun an der Grenze zum Nachbarland errichtet. Höfken zufolge ist solch eine Maßnahme in Rheinland-Pfalz aus rechtlichen Gründen nicht möglich. Im Saarland gibt es einen auf Kadaver von Wildschweinen spezialisierten Suchhund.

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