Anderthalb Meter lang und aus Gummi - dieses Teil lag in einem Garten in Mainz-Hechtsheim. (Foto: SWR)

Bundesregierung beantwortet Grünen-Anfrage Abgestürztes Flugzeugteil in Mainz kein Einzelfall

Im Juni landete ein abgestürztes Flugzeugteil in einem Garten in Mainz-Hechtsheim. Nun ist klar: Solche Vorfälle kommen häufiger vor.

Die rheinland-pfälzische Grünen-Abgeordnete im Bundestag, Tabea Rößner, sorgte nach dem Vorfall in Mainz für eine Anfrage an die Bundesregierung. In der Antwort heißt es nun, es habe in Deutschland in den letzten zehn Jahren hunderte Fälle von herabstürzenden Flugzeugteilen gegeben.

Flugzeugteile von 20 Gramm bis 12 Kilo

Seit 2008 hat das Luftfahrtbundesamt insgesamt 408 Fälle erfasst - 57 in der zivilen Luftfahrt, 351 beim Militär. Die herabstürzenden Teile waren mal kleine Abdeckklappen, gerade mal 20 Gramm schwer. Es kamen aber auch zwölf Kilogramm schwere Triebwerksverkleidungen vom Himmel. In einem Fall verlor ein Militärflugzeug Übungsmunition.

Grünen fordern bessere Kontrollen

Unfälle mit schweren oder tödlichen Verletzungen sind der Bundesregierung den Angaben zufolge nicht bekannt. Luftfahrtexperten nennen die Unfälle mit herabstürzenden Teilen gemessen am gesamten Luftverkehr verschwindend gering. Die Grünen sagen, jeder Fall sei einer zu viel. Sie fordern bessere Kontrollen der Flugzeuge. Sie vermuten außerdem, dass nicht alle Fälle in der Statistik auftauchen und die Dunkelziffer deutlich höher liegt.

So sagt die Bundesregierung trotz des Vorfalls in Mainz, ihr sei kein Vorfall bekannt, in dem Siedelungsgebiete betroffen waren. Das in Hechtsheim gefundene Flugzeugteil war anderthalb Meter lang und wurde als Flugzeugdichtungsgummi identifiziert.

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