Die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne)  (Foto: SWR, picture-alliance / dpa)

Seuche über Belgien auf dem Vormarsch Rheinland-Pfalz wegen Afrikanischer Schweinepest alarmiert

In Belgien ist bei zwei toten Wildschweinen die Afrikanische Schweinepest nachgewiesen worden - nur 60 Kilometer entfernt von der Grenze zu Rheinland-Pfalz.

Nach dem Fund von zwei mit Afrikanischer Schweinepest infizierten Wildschweinen in Belgien zeigt sich die rheinland-pfälzische Umweltministerin Ulrike Höfken (Grüne) besorgt. "Ein solcher Fund 60 Kilometer vor der Landesgrenze hat natürlich Auswirkungen auf Rheinland-Pfalz", sagte sie im SWR. "Wir stehen in engem Kontakt mit den belgischen Behörden, den angrenzenden Bundesländern und Ländern und dem Bund.“ Es sei sehr wichtig, dass alle Reaktionen abgestimmt ablaufen.

Im Ernstfall werden betroffene Gebiete eingezäunt

Für den Ernstfall, also ein mit der afrikanischen Schweinepest infiziertes Tier in Rheinland-Pfalz, habe man einen Notfallplan erarbeitet. Es werde dann eingezäunte Restriktionsgebiete geben: "Das ist gefährdetes Gebiet - und da wird man dann versuchen, wirklich alle Wildschweine zu erlegen und natürlich auch zu untersuchen."

Wildschwein im Wald auf Nahrungssuche (Foto: picture-alliance / dpa)
Noch zu viele Wildschweine im Wald

Die verstärkte Jagd auf Wildschweine in Rheinland-Pfalz sei zwar effektiv, würde aber nicht ausreichen, so Höfken: "Die Jäger haben sich wirklich sehr dahinter gehängt und 89.000 Stück erlegt. Das hört sich jetzt ein bisschen brutal an, aber es ist wirklich wichtig. Denn dieser Infektionsdruck steigt natürlich, wenn die Population so groß ist." Nach wie vor habe man aber riesige Wildschwein-Populationen, die auch dem Wald sehr zusetzen werden. Hier müsse unbedingt weiter etwas getan werden.

Dauer
Sendedatum
Sendezeit
19:30 Uhr
Sender
SWR Fernsehen RP

Tote Tiere müssen untersucht werden - Rheinland-Pfalz übernimmt Kosten

Sehr wichtig sei dabei auch Fallwild zu untersuchen, so Höfken weiter: "Tiere, die im Wald tot aufgefunden werden, müssen beprobt werden. Dazu unterstützen wir die Jäger auch finanziell, und die Untersuchungen macht das Land." Die rheinland-pfälzische Umweltministerin appellierte auch an die Bürger, den Fundort von toten Tieren zu melden, damit möglicherweise infizierte Kadaver entsorgt werden könnten.

Unterdessen zeigte sich der Bauernverband Rheinland-Nassau besorgt. Präsident Michael Horper sagte, er hoffe, dass die belgischen Behörden ein Übergreifen auf Hausschweine verhindern könnten. Sonst drohten dramatische Folgen auch für Schweinehalter in der Eifel.

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Landesjagdverband mahnt zu Besonnenheit

Der Landesjagdverband Rheinland-Pfalz (LJV) rief Behörden und Verbände auf, gemeinsam und besonnen auf die neue Lage zu reagieren. Die Biosicherheit an Parkplätzen, Bahnhöfen oder Grenzübergängen entlang von Transitstrecken müsse weiter verbessert werden. "Verschlossene Abfallbehälter und wildschweinsichere Zäunungen sind jetzt dringend nötig", sagte LJV-Präsident Dieter Mahr. Die Früherkennung eines möglichen Ausbruchs sei entscheidend, um eine Ausbreitung zu verhindern. "Landwirte, Förster und Jäger müssen gleichermaßen die Augen offen halten und verendet aufgefundene Wildschweine sofort melden", so Mahr.

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