Willy Brandt am 28.10.1969 im Bundestag in Bonn (Foto: picture-alliance / dpa, dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Jubiläum der Kanzlerschaft Altkanzler Schröder würdigt Willy Brandt in Unkel

Vor 50 Jahren wurde Willy Brandt Bundeskanzler der Bundesrepublik Deutschland. In Unkel am Rhein haben sich viele ehemalige Weggefährten zu einem Festakt getroffen.

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18:00 Uhr
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SWR Fernsehen RP

Der erste sozialdemokratische Bundeskanzler lebte von 1979 bis zu seinem Tod 1992 in der kleinen Stadt am Rhein. Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder hielt eine Rede vor den rund 600 Gästen. "Willy wurde geliebt, Helmut respektiert und Herbert Wehner verehrt", sagte Schröder.

Der Altkanzler wurde wie Rudolf Scharping oder Oskar Lafontaine oft als politischer Enkel Willy Brandts bezeichnet. Als er versuchte, Ministerpräsident zu werden, habe er davon profitiert. "Diese Enkelei hatte den Aspekt, dass wir als junge Leute auf einmal auch auf der nationalen Ebene beachtet wurden", sagte Schröder. Brandt habe eine wegweisende Verantwortung getragen, "für alles, was wir nachher an Gutem, wie im Schlechten getan haben".

Gerhard Schröder und Soyeon Schröder-Kim bei einem Festakt für Willy Brandt in Unkel (Foto: SWR)
Gerhard Schröder und Soyeon Schröder-Kim beim Festakt für Willy Brandt in Unkel

Großer politischer Einfluss

An dem Festakt nahm auch der frühere rheinland-pfälzische Ministerpräsident Rudolf Scharping und Landesinnenminister Roger Lewentz (beide SPD) teil. Auch Willy Brandts Witwe, Brigitte Seebacher, war gekommen. Sie betonte, dass der Begriff der politischen Enkel nicht auf Brandt selbst zurückgehe. "Doch als es einmal in der Welt war, fand er Gefallen daran." Außerdem könne eine Partei ohne Jugend "gleich einpacken", sagte sie.

Veranstalter der Jubiläumsfeier war eine Bürgerstiftung, die seit 2011 auch ehrenamtlich das Museum für Zeitgeschichte in Unkel betreibt. Hier ist zum Beispiel das letzte Arbeitszimmer von Willy Brandt aufgebaut.

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