Bereitliegende Impfdosen (Foto: SWR)

18 Krankenhäuser sollen beim Boostern helfen

Fünf-Punkte-Plan gegen steigende Corona-Zahlen in RLP

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Damit die Corona-Zahlen im Winter nicht durch die Decke gehen, soll in Rheinland-Pfalz schnell geboostert werden. Aber auch bislang Ungeimpften will die Landesregierung mit niedrigschwelligen Angeboten entgegenkommen.

Mit den steigenden Infektionszahlen liegen in Rheinland-Pfalz aktuell auch wieder zunehmend mehr Menschen mit Corona im Krankenhaus oder sogar auf der Intensivstation. Und damit steigt der Druck aufs Gesundheitssystem. Der rheinland-pfälzische Gesundheitsminister Clemens Hoch (SPD) erklärte, angesichts der aktuellen Entwicklung in den Krankenhäusern in Rheinland-Pfalz könnte demnächst in den ersten Kommunen die Warnstufe 2 erreicht werden.

Damit Menschen angesichts der sich zuspitzenden Lage schnell an ihre Auffrischungs- oder Erstimpfungen kommen, haben Gesundheitsminister Hoch und Landesimpfkoordinator Daniel Stich (SPD) einen Fünf-Punkte-Plan für Rheinland-Pfalz vorgestellt.

1. Impfzentralen an 18 Krankenhaus-Standorten in RLP

Zu diesem Plan gehört, dass an zunächst 18 Krankenhausstandorten in Rheinland-Pfalz Impfzentralen öffnen sollen. Dort könnten sich Impfwillige ohne vorherige Terminvereinbarungen den schützenden Piks abholen, so Gesundheitsminister Hoch.

Diese Einrichtungen werden laut Hoch nicht rund um die Uhr geöffnet sein, sondern ähnlich wie die Impfbusse feste Zeiten anbieten. Der Minister äußerte die Hoffnung, dass noch weitere Einrichtungen dazukommen könnten. Derzeit gebe es noch regionale Unausgewogenheiten, was auch mit der Bereitschaft von Krankenhäusern zur Zusammenarbeit zusammenhänge, räumte er ein.

2. Zahl der Impfbusse wird verdoppelt

In Gebieten mit weniger Standorten sollen verstärkt Impfbusse eingesetzt werden. Neben den Krankenhäusern sollen auch sie das Tempo beim Boostern ankurbeln. Bis zum Jahresende sind laut Hoch 500 Termine geplant. Dazu werden doppelt so viele Impfbusse wie bislang eingesetzt. Ingesamt 12 Busse sollen dann im Land unterwegs sein.

3. Mobile Impfteams zur Unterstützung

Außerdem sollen ab Mitte November sogenannte Impflotsen in Wohnvierteln mit unterdurchschnittlicher Impfquote unterwegs sein und für die Impfung werben - auch mit Haustürbesuchen. Mit diesem niederschwelligen Angebot sollen auch Bewohnerinnen und Bewohner mit Sprachproblemen erreicht werden. Die Lotsen, die für ihre Aufgaben geschult werden, sollen nach und nach in jeder der 36 Kommunen im Land eingeführt werden, wie Impfkoordinator Stich erläuterte.

4. Impfbenachrichtigungen für über 70-Jährige

Vor allem ältere Menschen seien nun wieder mehr betroffen, heißt es von der Landesregierung. Es sei daher unerlässlich, schnell mit Auffrischungsimpfungen für noch mehr Schutz zu sorgen. Alle über 70-Jährigen sollten deswegen bis zum Wochenende eine schriftliche Einladung zur Impfung - beziehungsweise zu einer Auffrischung ihrer Impfung - erhalten, erklärte Hoch.

5. Heime für Booster-Impfung sensibilisieren

Außerdem solle in Alten- und Pflegeheimen verstärkt für eine sogenannte Auffrischungsimpfung geworben werden, so Hoch.

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Hoch erwartet keine Engpässe bei Impfstoff-Lieferungen

Während Gesundheitsminister Hoch vergangene Woche noch mehr Tempo vom Bund bei der Impfstoff-Lieferung gefordert hatte, zeigte er sich nun sicher, dass der Corona-Impfstoff ausreichen und es keine Engpässe geben werde. Waren bislang zwei Wochen Vorlauf für Impfstoffbestellungen beim Bund nötig, habe sich die Dauer auf eine Woche halbiert, sagte Hoch.

Dies werde auch die Planung und Impfterminvergabe bei den niedergelassenen Ärzten entlasten, sagte Hoch. Rund 80 Prozent der Praxen im Land beteiligten sich an den Corona-Schutzimpfungen.

Beim Boostern herrscht Einigkeit

Die Gesundheitsminister von Bund und Ländern hatten sich darauf verständigt, dass Menschen, deren zweite Corona-Impfung mehr als sechs Monate zurückliegt, eine Auffrischungsimpfung erhalten können.

Hoch sagte nach dem Treffen: "Für mich gilt: Jeder der will und dafür in Frage kommt, soll eine Booster-Impfung erhalten." Einzige Voraussetzung: Volljährigkeit.

Wie ist die Corona-Lage in Rheinland-Pfalz?

Die Landesregierung hatte zuletzt einige Corona-Auflagen, zum Beispiel die Einschränkungen für Veranstaltungen im Freien wie Weihnachtsmärkte, gelockert - trotz steigender Inzidenz.

Im Vergleich zu Bayern, Sachsen und Thüringen sei die Lage in Rheinland-Pfalz noch "beherrschbar", hatte Hoch die Landesstrategie im SWR Aktuell-Interview verteidigt. Noch befinde man sich in Warnstufe 1.

Allerdings soll der Warnstufenplan jetzt überarbeitet werden, kündigte Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) an - inklusive der Tests an Schulen. Es gehe darum, in den Warnstufen schneller, stärker auf die Bremse zu treten, also etwas früher zu höheren 2G-Maßnahmen zu kommen, sagte Dreyer.

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