Mehrer Stempel auf einem Schreibtisch (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Bürgermeisterwahlen in Rheinland-Pfalz 35 Dörfer stimmten gegen einzigen Wahl-Kandidaten

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In Rheinland-Pfalz gibt es derzeit 35 Dörfer ohne Bürgermeister, weil der einzige Kandidat für dieses Amt bei der Kommunalwahl gescheitert ist, zum Beispiel im Weinort Valwig.

Rund 2.300 Kommunen in Rheinland-Pfalz haben am 26. Mai ihre ehrenamtlichen Stadt- und Gemeindebürgermeister gewählt. Schon im Vorfeld war klar, dass Kandidaten mancherorts Mangelware sind. In knapp 465 Orten hatte sich kurz vor der Wahl gar kein Kandidat bereit erklärt, bei der Wahl anzutreten.

Bürger machen von Recht zur freien Wahl Gebrauch

Doch auch dort, wo sich immerhin ein Kandidat für die Wahl gefunden hatte, wurde dieser nicht automatisch gewählt. In 35 Dörfern im Land stimmten die Wähler mehrheitlich gegen den einzigen Bewerber, wie der Landeswahlleiter dem SWR mitteilte. In Orten mit nur einem Bürgermeisterkandidaten müssen laut Gemeindeordnung mehr als 50 Prozent der Wähler für den Bewerber stimmen.

Den schlechtesten Wert holte der Bewerber im Eifeldorf Großlittgen: 87 Prozent der Wähler stimmten gegen ihn. Im Weinort Valwig an der Mosel waren fast 82 Prozent der Wähler gegen den einzigen Bürgermeisterkandidaten. Nur knapp gescheitert ist dagegen die Bewerberin im Hunsrückdorf Schwarzerden. Bei ihr stimmten 50,3 Prozent der Wähler gegen sie.

Gemeinderat muss es am Ende richten

Solche Fälle gibt es überall in Rheinland-Pfalz. Unter anderem in den Kreisen Ahrweiler, Birkenfeld, Kusel oder Mainz-Bingen. Der Landeswahlleiter sagte, bei der letzten Kommunalwahl habe es ähnlich viele Fälle gegeben.

Die betroffenen Orte müssten laut Gemeindeordnung jetzt erneut Kandidaten für eine Direktwahl durch die Bürger suchen. Sollten sich keine Bewerber finden, gibt es die Möglichkeit, dass der Gemeinderat einen Kandidaten aus seiner Mitte wählt.

Ehrenamtliche Bürgermeister sind beispielsweise verantwortlich für Kindertagesstätten, Friedhöfe, Büchereien, den Finanzhaushalt und den Zustand der Straßen.  Außerdem halten sie Gemeinderatssitzungen ab, treffen Absprachen mit der Verbandsgemeinde und übernehmen repräsentative Aufgaben.  

Bad Breisig (Ahrweiler)42,55 Prozent
In diesen Gemeinden in Rheinland-Pfalz erhielt der einzige Kandidat bzw. die einzige Kandidatin bei der Kommunalwahl weniger als 50 Prozent der Stimmen:
Bilkheim (Westerwaldkreis)46,33 Prozent
Brachtendorf (Cochem-Zell)37,99 Prozent
Breit (Bernkastel-Wittlich)30,29 Prozent
Bundenbach (Birkenfeld)48,82 Prozent
Essenheim (Mainz-Bingen)49,40 Prozent
Gönnersdorf (Ahrweiler)24,12 Prozent
Großlittgen (Bernkastel-Wittlich)13,03 Prozent
Heidenburg (Bernkastel-Wittlich)45,55 Prozent
Herzfeld (Eifelkreis Bitburg-Prüm)44,83 Prozent
Horath (Bernkastel-Wittlich)30,20 Prozent
Körperich (Eifelkreis Bitburg-Prüm)46,09 Prozent
Kreimbach-Kaulbach (Kusel)45,95 Prozent
Landscheid (Bernkastel-Wittlich)48,43 Prozent
Langenbach (Kusel)20,77 Prozent
Longen (Trier-Saarburg)45,45 Prozent
Luckenbach (Westerwaldkreis)47,61 Prozent
Mesenich (Cochem-Zell)45,60 Prozent
Miellen (Rhein-Lahn-Kreis)40,91 Prozent
Neroth (Vulkaneifel)32,14 Prozent
Niederöfflingen (Bernkastel-Wittlich)49,37 Prozent
Niederschlettenbach (Südwestpfalz)43,00 Prozent
Obergeckler (Eifelkreis Bitburg-Prüm)32,00 Prozent
Oberscheidweiler (Bernkastel-Wittlich)40,91 Prozent
Orfgen (Altenkirchen)38,26 Prozent
Patersberg (Rhein-Lahn-Kreis)16,02 Prozent
Pfalzfeld (Rhein-Hunsrück-Kreis)47,15 Prozent
Pfeffelbach (Kusel)45,14 Prozent
Ruppach-Goldhausen (Westerwaldkreis)48,26 Prozent
Schwarzerden (Bad Kreuznach)49,70 Prozent
Übersdorf (Vulkaneifel)33,33 Prozent
Usch (Eifelkreis Bitburg-Prüm)47,22 Prozent
Valwig (Cochem-Zell)18,09 Prozent
Wiesbaum (Vulkaneifel)48,33 Prozent
Winterburg (Bad Kreuznach)38,53 Prozent
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