2G Regel  (Foto: dpa Bildfunk, Picture Alliance)

Corona-Regeln in Rheinland-Pfalz

Warum im Herbst aus "2G plus" schnell 2G werden könnte

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Erst seit Kurzem gilt in Rheinland-Pfalz die "2G-plus-Regelung" mit Einschränkungen für Ungeimpfte. In der Realität könnte daraus aber schon bald 2G werden.

Schauplatz Ludwigshafen - das Festival des deutschen Films. Bei der 17. Ausgabe sind nur geimpfte und genesene Besucher zugelassen. Die Stadt wollte das so, wegen hoher Inzidenzzahlen in Ludwigshafen. Auch die neue 2G-plus-Regelung der rheinland-pfälzischen Landesregierung macht deutlich: Wenn es künftig Einschränkungen gibt, dann für Ungeimpfte. Sie bleiben zunehmend außen vor, wenn sich die Corona-Lage zuspitzt. Im Zweifel also lieber 2G.

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Dehoga-Chef Haumann: Im Herbst geht der Trend Richtung 2G

Im Moment geht der Trend in der Gastronomie noch zu 2G plus, sagt Gereon Haumann. Der Chef des Hotel und Gaststättenverbandes (Dehoga) in Rheinland-Pfalz erwartet aber eine baldige Trendumkehr. "Ich prophezeie, je mehr die Impfquote steigt und je kälter es draußen wird, desto weniger 2G plus wird angeboten." Dabei spiele es auch eine große Rolle, dass die Corona-Tests ab dem 10. Oktober nicht mehr kostenlos seien und es für Lokale oft aufwendig sei, selber Tests etwa vor der Tür anzubieten. "Deshalb glaube ich, wird spätestens zur Winterzeit, eher schon im Herbst überwiegend das 2G-Modell zur Anwendung kommen", sagte Haumann dem SWR.

Der Dehoga-Präsident lobt das rheinland-pfälzische 2G-plus-Modell dennoch als das deutschlandweit beste: "Weil unsere Gastgeber nach betrieblicher Situation wählen können, welches Modell für sie das beste ist". Das sei eine optimale Ausgangslage, um die Betriebe dauerhaft über den Winter zu bekommen. 2G plus in Rheinland-Pfalz ist laut Haumann ein echtes Optionsmodell, viel besser als 2G, das etwa in Hamburg angewendet wird. In Hamburg müsse sich jeder Betrieb grundsätzlich entscheiden, ob er mit 2G oder 3G arbeite.

Große Mehrheit der Gäste schon jetzt geimpft oder genesen

Nach Haumanns Angaben belegen auch aktuelle Zahlen aus der Gastronomie bereits, warum sich die Branche auf 2G ausrichten dürfte: "Geimpfte und Genesene machen jetzt schon mehr als 80 bis 85 Prozent in unseren Lokalen aus". Da stelle sich für die Betriebe die Frage, "ob es Sinn macht wegen der wenigen Getesten einen großen Aufwand zu betreiben". Etwa jemanden an der Tür abzustellen, der Testungen mache oder überprüfe. "2G kontrolliere ich am Tisch, dann kann ich mir Türsteher sparen", so Haumann.

Wir stellen fest, dass die Schokolade für die Geimpften und Genesenen immer größer und süßer wird.

Und noch ein Faktor spricht für dafür, dass sich etwa Bars, Restaurants, Cafés und Kneipen in Zukunft für 2G entscheiden: Die Mehrzahl der Gäste, nämlich die Genesenen und Geimpften, möchte ihre ganze Freiheit zurück. Sie beklagen sich laut Dehoga-Boss Haumann zunehmende in den 3G-Betrieben, warum sie wegen der Ungeimpften noch Masken tragen und Abstand halten müssen. "Denen geht es auf den Keks, dass sie für die wenigen Getesteten noch Einschränkungen in Kauf nehmen müssen".

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Weihnachtsmärkte in Trier und Bernkastel-Kues wohl ohne Ungeimpfte

Noch ein Beispiel, das die 2G-Tendenz bestätigt: Die geplanten Weihnachtsmärkte in Trier und Bernkastel-Kues. Sie werden in diesem Winter trotz der Corona-Pandemie stattfinden. Das teilten die Veranstalter dem SWR mit. Zugelassen werden auch hier voraussichtlich nur geimpfte und genesene Besucher. Auf dem Trierer Weihnachtsmarkt soll zudem auf Masken und Abstand verzichtet werden können. Im Gegenzug sollen nach Angaben der Arbeitsgemeinschaft Trierer Weihnachtsmarkt keine Menschen zugelassen werden, die lediglich negativ getestet wurden.

Auch in Bernkastel-Kues will man so vorgehen. Die genauen Sicherheitskonzepte der Märkte aus Trier und Bernkastel-Kues werden nach Angaben der Veranstalter derzeit noch mit dem Gesundheitsamt ausgearbeitet und gegebenenfalls an neue Verordnungen angepasst.

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Staatsrechtler Battis: Ungeimpfte müssen mehr auf sich nehmen

Auch der renommierte Staatsrechtler Ulrich Battis vertritt die Ansicht, dass sich die Mehrheit der Geimpften und Genesenen nicht an der Minderheit orientieren muss. "Es sind hier nicht nur die Grundrechte der Ungeimpften in Betracht zu ziehen, die einen Freiheitsverlust erleiden, weil sie von einigen Dingen ausgeschlossen werden, sondern auch die Grundrechte der Mehrheit der Bevölkerung." Es gehe hier vor allem um den Schutz der Geimpften und Genesenen. Auch bei denen bestehe die Gefahr, dass sie sich wieder anstecken, sagte Battis dem SWR.

Gerade weil es keine hundertprozentige Sicherheit auch für Geimpfte und Genesene gebe, müssten "Ungeimpfte eben mehr auf sich nehmen". Ansonsten sei die Gefahr noch größer, dass sich die Pandemie weiter ausbreite. Die Alternative sei ein erneuter Lockdown. "Das ist meines Erachtens eindeutig unzulässig und die jetzige Regelung ist eindeutig das verhältnismäßigere und damit rechtmäßige Mittel", so Battis. Die Grundtendenz der rheinland-pfälzischen Corona-Verordnung sei nach seiner Einschätzung sogar verfassungsrechtlich gefordert.

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