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Nach Hackerangriffen auf die Online-Plattform für den Fernunterricht der Schulen in Rheinland-Pfalz ermittelt jetzt das Landeskriminalamt. Der digitale Fernunterricht läuft inzwischen größtenteils wieder.

Die Leitung der Ermittlungen liege bei der Landeszentralstelle Cybercrime der Generalstaatsanwaltschaft Koblenz, teilte die Behörde am Dienstag mit.

Die bisherigen Erkenntnisse begründeten den Verdacht einer DDoS-(Distributed Denial of Service) Attacke, erklärte Generalstaatsanwalt Jürgen Brauer. Dabei wird der Server von vielen Computern gleichzeitig massenhaft mit sinnlosen Datenanfragen überhäuft, so dass er nicht mehr antworten kann.

Weitere Attacke am Dienstagmorgen

Das Verfahren richte sich gegen Unbekannt, teilte Brauer mit. Nach dem Angriff vom Montag, dem ersten Tag nach den Weihnachtsferien, habe es am Dienstag eine weitere Attacke in den Morgenstunden gegeben, sagte ein Sprecher des Bildungsministeriums in Mainz. Inzwischen laufe wieder alles. So hätten wieder deutlich mehr Schüler und Schülerinnen die Moodle-Plattform nutzen können. In der Spitzenzeit zwischen 10 und 11 Uhr komme es aber noch zu längeren Ladezeiten.

Die Server für die Lernplattform waren am Montag zeitweise nicht erreichbar gewesen. Schüler und Lehrer konnten auf der Plattform vielfach nicht Materialien einstellen oder abrufen, die für den digitalen Fernunterricht gebraucht werden.

Zu lange Ladezeiten trotz aufgestockter Kapazitäten

Obwohl die Server-Kapazitäten vor Weihnachten nochmals um ein Vielfaches aufgestockt worden seien, sei es zu Problemen beim Zugang zur Plattform oder zu langen Ladezeiten gekommen. Betroffen war zeitweise auch das Videokonferenzsystem BigBlueButton.

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Die Lernplattform moodle@RLP ist bislang an rund 900 Schulen in Rheinland-Pfalz im Einsatz. Das nichtkommerzielle Open-Software-Projekt wurde im vergangenen Jahr während der coronabedingten Schließung der Schulen verstärkt genutzt - von März bis August waren die Schulen ganz oder später dann teilweise geschlossen. Zur Eindämmung der Corona-Pandemie sollen die Schulen bis Mitte Januar im Fernunterricht bleiben.

CDU: Fehlstart in den Fernunterricht

Die bildungspolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion, Anke Beilstein, sprach bereits vor der Mitteilung des Ministeriums von einem "Fehlstart in den Fernunterricht, den die Landesregierung zu verantworten hat".

Auch der Landesvorsitzende der Gewerkschaft GEW, Klaus-Peter Hammer, sagte, "der Start war wirklich suboptimal." Grundsätzlich sei die für Schulen entwickelte Lernplattform aber ein gutes Instrument während der Pandemie.

AfD fordert, die Schulen wieder zu öffnen

Die AfD sprach sich auch vor dem Hintergrund der technischen Probleme für eine schnellstmögliche Wiedereröffnung der Schulen aus. Schüler, die wegen einer Vorerkrankung oder einer Quarantäneanordnung nicht zur Schulen gehen könnten, müssten dem Unterricht per Live-Übertragung zugeschaltet werden, erklärte der bildungspolitische Sprecher der AfD-Fraktion, Joachim Paul.

Abiturprüfungen sollen wie geplant beginnen

Eine Ausnahme vom Fernunterricht gilt für Schüler der Abschlussklassen, sie können bis zu den ersten Abiturarbeiten in der Schule unterrichtet werden. Das Abitur, das ab dem 7. Januar für G9-Schüler beginnt, wird - wie geplant - in Präsenz geschrieben.

Das Land hatte die Präsenzpflicht an den Schulen in den letzten Tagen vor den Ferien aufgehoben, nachdem es vor allem im November einen exponentiellen Anstieg der Infiziertenzahlen gegeben hatte. Viele Schüler und Lehrer mussten Weihnachten zu Hause in Quarantäne verbringen und durften weder Verwandte besuchen, noch Besuch empfangen.

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