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Der französische Premierminister Édouard Philippe hat erstmals die Pläne für die Rentenreform offiziell vorgestellt. Die andauernden Streiks und Proteste der vergangenen Tage werden damit wohl kaum befriedet.

Die Rentenreform wird kommen - trotz aller Streiks und Proteste, das hat Premierminister Édouard Phlippe klar gemacht. Und sie wird, so wie von Präsident Emmanuel Macron seit langer Zeit versprochen, umfassend sein: Die 42 verschiedenen Rentenkassen in Frankreich werden nach und nach zu einer zusammengelegt. Das neue Rentensystem wird für alle Berufsgruppen einheitlich sein. Und es wird sich an Rentenpunkten orientieren, die jeder Bürger im Laufe des gesamten Berufslebens erwirbt.

Premier versucht Befürchtungen zu zerstreuen

In seiner fast einstündigen Rede versuchte Premier Philippe dabei, die Befürchtungen zu zerstreuen, das neue Rentensystem könnte für viele Bürger zu Verlusten führen: Wer sein Leben lang gearbeitet hat, solle schon bald 1.000 Euro Mindestrente bekommen. Vom neuen System benachteiligte Berufsgruppen wie Lehrer sollten auf keinen Fall schlechter gestellt werden.

Tatsächliches Rentenalter soll steigen

Das mögliche Renteneintrittsalter bleibe bei 62 Jahren. Das tatsächliche Rentenalter solle aber schon bis 2025 auf 64 Jahre steigen, kündigte Philippe an.

Arbeitgeberverbände begrüßten die Reformpläne der Regierung. Gewerkschaftsvertreter schlossen dagegen unter anderem wegen des angestrebten Rentenalters nicht aus, die Streiks und Proteste sogar noch auszuweiten.

Zehntausende gehen in Paris und anderen Städten des Landes seit Tagen gegen die Rentenreformpläne der Regierung auf die Straße. SWR-Reporter Martin Bohne hat einen Gewerkschafter begleitet.

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