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Tamara Land, SWR Wirtschaftsredaktion (Foto: SWR, SWR)
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Die Zeit um Weihnachten ist normalerweise die perfekte Gelegenheit, den nächsten Urlaub zu planen. Doch was ist für das Jahr 2021 planbar und worauf muss ich beim Buchen achten?

Wer jetzt an den nächsten Urlaub denkt, der bekommt zurzeit vergleichsweise günstige Angebote. Denn die Reisebranche setzt ihre ganze Hoffnung auf den Sommer 2021 und versucht mit großen Rabatt-Aktionen Leute dazu zu bringen, jetzt schon zu buchen. Marktführer Tui zum Beispiel wirbt mit einer Ersparnis von fast 60 Prozent. Konkurrent Dertour verspricht die günstigsten Frühbucherpreise, die es je gab. Denn, so die Begründung: Hotels haben so viele freie Betten, dass sie sich mit Preisen unterbieten. Die FTI-Gruppe versucht verstärkt, Familien zum Buchen zu bewegen. Bis Ende des Jahres läuft dort die Kids-free Aktion. Damit reisen Kinder bis 14 Jahre kostenlos mit.

Frühbucher: Achtung, Storno-Bedingungen genau lesen

Wer früh bucht, sollte auf jeden Fall auf die Storno-Bedingungen achten und das Kleingedruckte lesen. Viele Veranstalter haben ihre Storno-Bedingungen angepasst, sodass man kostenlos stornieren oder umbuchen kann. Teilweise sind die Regelungen aber irreführend. Zum Beispiel: Wenn man nur bis Mitte März stornieren kann, bringt das nichts, wenn man erst im August in den Urlaub fährt. Die einzelnen Tarifbedingungen sind sehr wichtig und sie gelten fast immer nur für bestimmte Angebote, die dann entsprechend mit einem "x" markiert sind. Für Kunden ist es sehr schwer, das zu durchschauen. Deshalb ist es wichtig, sich alles genau durchzulesen, bevor die Buchung abgeschlossen ist.

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Spezielle Corona-Versicherungspakete

Ganz unabhängig von Corona ist auf jeden Fall eine Auslands-Krankenversicherung zu empfehlen. Diese übernimmt etwaige Behandlungskosten im Ausland und gegebenenfalls auch den Rücktransport nach Hause. Wichtig ist es, darauf zu achten, dass der Tarif keinen Pandemie-Ausschluss hat, also dass die Versicherung auch bei einer Covid-19 Erkrankung einspringt. Bei Reisen, die man weit im Voraus bucht, ist außerdem eine Reiserücktrittversicherung ratsam. Auch da sollte man darauf achten, dass Pandemien nicht in den Vertragsbedingungen ausgeschlossen sind. Außerdem ist es wichtig zu wissen: Die Reiserücktrittsversicherung zahlt nur, wenn man aus bestimmten Gründen nicht reisen kann, also wenn man z.B. seinen Job verloren hat, ein naher Angehöriger gestorben ist oder man selbst krank wird. Sie zahlt nicht, wenn man nur aus Vorsicht von einer Reise zurücktreten will oder wenn man in Quarantäne muss, obwohl man nicht krank ist. Für diese Fälle gibt es neuerdings spezielle Corona-Versicherungspakete. Die verteuern die Reise zwar, sind in der derzeitigen Lage aber durchaus ratsam.

Reisewarnungen bleiben ein Risiko für die Urlaubsplanung

Es ist rechtlich nicht ganz klar, ob eine Reise in ein Risikogebiet kostenlos storniert werden kann, wenn es bei der Buchung schon ein Risikogebiet war. Deshalb ist die Planung etwas heikel. Grundsätzlich kann man wegen unvermeidbaren, außergewöhnlichen Umständen kostenlos von einer Pauschalreisen zurücktreten. Wenn die Umstände zum Zeitpunkt der Buchung aber schon außergewöhnlich waren und sogar eine Reisewarnung vorlag, dann könnte der Reiseveranstalter sagen, dass der Kunde hat das Risiko gekannt und in Kauf genommen hat, und deshalb nicht kostenlos aus dem Vertrag kommt. Zudem gibt es noch ein zweites Problem: Manche Reiseversicherungen zahlen nicht, wenn man in ein Land reist, für das eine Reisewarnung vorliegt. Wer jetzt bucht, geht gewisse Risiken ein, darüber sollte man sich im Klaren sein.

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