Zwei Wassertechniker messen die Durchflussmenge am Auslauf einer Quelle (Foto: SWR)

Wetter und Klima

Nach dem Regen – ist das Grundwasser wieder okay?

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Dauerregen, Hochwasser und Überschwemmungen – bei so viel Wasser könnte man annehmen, die Vorräte in den Tiefen des Bodens sind wieder aufgefüllt. Das stimmt so allerdings nicht.

Ob der Grundwasserspiegel nach tagelangem Regen wieder steigt, hat uns SWR-Umweltredakteur Werner Eckert erklärt: „Das könnte man annehmen, denn im Januar hat es tatsächlich die Hälfte mehr geregnet als üblich im Land - aber längst nicht so viel wie zum Beispiel im vergangenen Winter im Februar. Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer, und der November und Dezember waren viel zu trocken. Nicht einmal das ist jetzt ausgeglichen.“

Die mittlere jährliche Grundwasser-Neubildung ist in den vergangenen zehn Jahren um 15 Prozent gegenüber dem langjährigen Schnitt zurückgegangen. „Da braucht es lange Regen, bis sich das wieder ändert. Die letzten drei trockenen Jahre haben einfach gezehrt.“

Regionale Unterschiede bei den Regenfällen

Reichlich neues Wasser hat es im West-Stau des Schwarzwalds gegeben, auch im Allgäu und im Zentrum des Landes. „Aber sonst war das gerade einmal normal.“ Am Mittleren Neckar und in Tauberfranken ist die mittlere Bodenfeuchte auch immer noch deutlich unter normal. „Nur 20 Prozent der Niederschläge im Schnitt werden zu Grundwasser, früher oder später - und oft später. Es dauert mitunter Jahre, bis aus Regen wirklich Grundwasser wird.“

Rekord für Europa: 2020 das wärmste Jahr seit Aufzeichnung   

In Europa war das Jahr 2020 das wärmste seit Beginn der Aufzeichnungen. Das gab der europäische Copernicus Klimawandeldienst in London im Januar bekannt. 2020 war 0,4 Grad wärmer als der bisherige europaweite Rekord, das Jahr 2019. Es schließt insgesamt das wärmste Jahrzehnt ab, seit Beginn der Aufzeichnungen. Der europäische Copernicus Klimawandeldienst greift auf Daten von Satelliten, Schiffen, Flugzeugen und Wetterstationen rund um den Globus zurück.

Auffällig im Jahr 2020 nennen die Experten die außergewöhnliche Hitze in der Arktis und die Vielzahl der Tropenstürme im Nordatlantik. Überdurchschnittliche Temperaturen seien auf der Nordhalbkugel gemessen worden - auf der Südhalbkugel herrschten 2020 wegen des kühlenden La Niña-Effekts Temperaturen unter dem Durchschnitt.

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