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Deutschland und die USA sind enge Handelspartner. Entsprechend wichtig ist für die Wirtschaft, welche Politik der US-Präsident die kommenden Jahre machen wird.

Protektionismus ist ein Schlagwort, das im Zusammenhang mit der Politik von US-Präsident Donald Trump in den vergangenen vier Jahren oft gefallen ist. Sollte er für eine zweite Amtszeit gewählt werden, rechnen Experten mit einem möglicherweise noch härteren Kurs, da keine dritte Amtszeit möglich wäre und sich Trump damit auch keinem Wahlkampf mehr stellen müsste.

Wirtschaftsforscher wünscht sich schnelle Klarheit über Wahlsieger

Achim Wambach, der Präsident des Leibniz-Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim betont, wie ungünstig eine Hängepartie wie derzeit für die Unternehmen sei. Wenn Ergebnisse nicht anerkannt würden, wirke das destabilisierend. Erst mit einem klaren Ergebnis könne die Wirtschaft weiter arbeiten.

Sollte Demokrat Joe Biden die Wahl gewinnen, rechnet Wambach damit, dass dieser stärker auf andere Länder zugehen würde. Allerdings werde auch Biden in erster Linie im Interesse des amerikanischen Marktes handeln. Es werde in der Politik andererseits aber auch mehr gepoltert als umgesetzt. Als Beispiel nennt er die von Trump angedrohte Zölle für die europäische Automobilindustrie, die nicht kamen.

"Ein Porsche wird in den USA nicht gekauft, weil er billig ist, sondern weil es ein gutes Auto ist. Insofern kann man damit umgehen. Es ist aber nicht zu wünschen [...] Es gibt gute Argumente, dass man nicht wieder in ein Zoll-setz-Gehabe zurückfällt."

Wambach wünscht sich Biden als neuen US-Präsidenten, wegen des Tones, in dem er kommuniziert und der Erwartung von ihm als verlässlichen Partner der Politik.

Ein Mann rangiert Container in einer Logistikstation des Hafens Erenhot (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/Lian Zhen/XinHua/dpa)
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Streiterin für das Klima wünscht sich Biden als US-Präsidenten

Brigitte Knopf, Generalsekretärin am Klimainstitut Mercator Research Institute on Global Commons and Climate Change (MCC) geht davon aus, dass in Sachen Klimaschutz harte Zeiten bevorstehen würden - sollte Trump erneut US-Präsident werden. Investitionen in veraltete, klimaschädliche Technologien seien dann wahrscheinlich.

Unter einem Präsidenten Biden sähe Knopf die Möglichkeit, in eine Zukunft zu schauen, in der die Wirtschaft so umgebaut werde, dass sie langfristig dem Klimaschutz gerecht werden könne.

"Wenn Trump gewinnt und dann aus dem Pariser Klimaabkommen aussteigt, [...] dann wird es auch hierzulande Fragen geben, ob es sich lohnt, wenn nur Europa und China vorangehen. Diesen Effekt darf man nicht unterschätzen."

Washington

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