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Das ehemals größte Radioteleskop der Welt in Puerto Rico ist eingestürzt. Verletzte gab es den Angaben zufolge nicht.

Wegen früherer Schäden war bereits geplant gewesen, das Teleskop am Observatorium in Arecibo zu demontieren. Am Dienstag nun stürzte die 900 Tonnen schwere Instrumentenplattform auf die darunter liegende Schüssel, wie die Nationale Wissenschaftsstiftung der USA (NSF) mitteilte.

"Wir sind traurig über diese Situation, aber dankbar, dass niemand verletzt wurde", sagte NSF-Direktor Sethuraman Panchanathan. Auch wenn das Teleskop verloren sei, sollen nun die verbliebenen Teile der Anlage wieder in Betrieb genommen werden.

Lange das größte Teleskop der Welt

Mit 305 Metern Durchmesser galt das Radioteleskop bis 2016, als in China ein noch größeres in Betrieb ging, mit 305 Metern Durchmesser als das größte der Welt. Es diente auch als Kulisse im James-Bond-Film "Golden Eye" und wurde dadurch eine beliebte Touristenattraktion.

1963 in Betrieb genommen

Das Teleskop war 1963 in Betrieb genommen worden und zuletzt noch immer eines der empfindlichsten der Welt. 1974 entdeckten die US-Astronomen Russell Hulse und Joseph Taylor mit ihm den Doppelpulsar PSR 1913+16 - zwei einander umkreisenden Neutronensterne - und beobachteten damit indirekt Gravitationswellen, wofür die Wissenschaftler später den Physik-Nobelpreis bekommen sollten.

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