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Umweltforscher fordern schon lange eine Umstellung unserer Ernährungsgewohnheiten für den Klimaschutz. Eine neue Studie der Umweltorganisation WWF untermauert diesen Appell.

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Menschen, die bewusst wenig Fleisch essen, hielten die Welt eher im ökologischen Gleichgewicht als Fleisch-Fans. Noch erfolgreicher seien Vegetarier und Veganer, belegt die Studie.

Nur durch weniger Verzehr von tierischen Produkten könnten Klimaziele und Erhalt der Artenvielfalt erreicht werden, betont Tanja Dräger de Teran, Referentin für Ernährung und Landwirtschaft beim WWF Deutschland. Deshalb sollten wir unseren Speiseplan umstellen.

Gute Alternativen seien Obst und Gemüse. Hülsenfrüchte wie Linsen, Erbsen oder Bohnen hätten viel Eiweiß und könnten Fleisch und Milchprodukte ersetzen, betont die WWF-Referentin im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Astrid Meisoll.

WWF: Klimaschädliche Nahrungsmittel müssen teurer werden

Die Verantwortung für eine Ernährung in Einklang mit Klima- und Artenschutz dürfe aber nicht einseitig den Verbrauchern auferlegt werden. Die Politik müsse handeln. Beispielsweise dürften nachhaltige Produkte im Supermarkt nicht teurer sein als Fleisch und Wurst. Häufig sei ein Kilogramm Hähnchenfleisch günstiger als Brokkoli oder Auberginen. "Das kann nicht sein. Hier müssen wir gegensteuern," fordert die WWF-Ernährungsexpertin.

Der WWF befürwortet deshalb eine Lenkungsabgabe auf tierische Produkte. Ziel müsse es sein, konventionelle Lebensmittel stärker als nachhaltige und biologische Nahrungsmittel zu belasten. Eine Erhöhung der Mehrwertsteuer, die häufig diskutiert wird, sei nicht der richtige Weg. Dadurch würden alle Produkte gleichermaßen belastet werden.

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