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Der Höhepunkt der Corona-Krise ist noch längst nicht erreicht, da machen sich Wirtschaftsexperten schon Gedanken über die Zeit danach. Wird es eine Inflation geben - oder einen Schuldenschnitt?

Der Börsenexperte Dirk Müller hält es für denkbar, dass es nach der Krise zu einer Hyperinflation kommt. So etwas habe es schon in den 20er-Jahren des vergangenen Jahrhunderts gegeben, sagte Müller im SWR.

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Beim "Ruhrkampf", als französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet besetzt haben, habe die deutsche Regierung zum Generalstreik aufgerufen und zum Ausgleich Unternehmen wie Bürgern viel Geld gegeben. Nach Ende dieses "Lockdowns" habe es für dieses Geld aber kaum etwas zu kaufen gegeben. Das habe zu Hyperinflation geführt. So etwas könne wieder passieren, sogar das "Horrorszenario Stagflation" sei möglich - also eine Inflation, während gleichzeitig die Wirtschaft nicht wieder in Gang kommt.

ING-Chefvolkswirt: Schuldenschnitt als "Reset-Knopf"

Im Gegensatz zu Müller hält Carsten Brzeski, der Chefvolkswirt der Bank ING, eine Inflation nach der Krise für weniger wahrscheinlich. Er sagte im SWR, eher sei ein großer Schuldenschnitt zu erwarten. Das sei wie ein "Reset-Knopf, der dann gedrückt wird".

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Auf jeden Fall findet es Brzeski richtig, dass die Staaten so viel Geld bereitstellen. Das sei für die Finanzmärkte "ein ganz starkes Signal", dass die Regierungen weltweit wirklich alles täten, um die negativen Folgen für Konjunktur und Wirtschaft einigermaßen aufzufangen.

"Einmaliges Experiment"

Dass die Regierungen jetzt so viel Geld in die Märkte pumpen, wertet Börsenexperte Dirk Müller als "einmaliges Experiment". Zum ersten Mal gebe es gleichzeitig einen "Angebotsschock" und einen "Nachfrageschock", weil in vielen Firmen die Produktion stillstehe und die Bürger wegen geschlossener Läden und wegen der Ausgangsbeschränkungen viel weniger kaufen können. Außerdem sei die Pandemie eine maximale Belastung für das Gesundheitssystem.

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