Winter is coming: Das müssen Haus-Besitzer jetzt tun

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG

Audio herunterladen (2,6 MB | MP3)

Es ist Mitte November und wir haben längst wieder Minusgrade in der Nacht, und an manchen Tagen kommen wir auch kaum noch über die zehn Grad hinaus. Jeder von uns kann sich natürlich eine warme Jacke anziehen, aber Häuser und Wohnungen können das nicht. Deshalb müssen wir schauen, dass wir unsere Häuser und Wohnungen winterfest machen. Marc Ellinger ist Sachverständiger für Gebäudeschäden beim Verband Privater Bauherren in Freiburg und im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler listet er einige Punkte auf, die man vor dem Winter beachten sollte.

Außenleitungen

Haben Häuser einen Außen-Anschluss fürs Wasser, sollte hier natürlich vor allem die Frostschaden-Prävention im Vordergrund stehen. Diese Leitungen, empfiehlt Ellinger, sollten Hausbesitzerinnen und -besitzer leeren und sperren. Außerdem sollten eventuell angeschlossene Schlauch-Systeme nicht vergessen werden:

"Wenn Sie einen Garten-Hahn haben, an dem ein Schlauch hängt, dann unbedingt diesen Schlauch entfernenden, den Schlauch entleeren und einlagern."

Wenn diese Leitungen Minus-Temperaturen abbekommen, können sie bei Frost Risse bekommen.

Eine Hand dreht an einem Heizkörper das Thermostat auf, um mehr Wärme zu bekommen. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Sven Hoppe)
Drehen nutzt nichts: Wenn Luft im Heizkörper ist, wird dieser nicht richtig warm picture alliance / dpa | Sven Hoppe

Heizkörper

"Die Heizkörper können nur dann heizen, wenn sie wirklich komplett mit Wasser gefüllt sind. Wenn ein Teil des Heizkörpers mit Luft gefüllt ist, findet in dem Bereich keine Wärmeübertragung statt", sagt der Sachverständige. Dagegen hilft es, vor dem Winter alle Heizkörper in Haus oder Wohnung mit einem entsprechenden Schlüssel und einem Auffang-Gefäß zu entlüften.

Fenster und Türen

Werden Außentüren oder auch einige Fenster im Winter regelmäßig schwergängig, weil die niedrigen Temperaturwerte dazu führen, dass sich Scharniere, Griffe, Schlösser oder der Rahmen verziehen, dann hilft in der Regel Öl. Ellinger warnt aber davor, beliebige Fette oder Öle zu verwenden: "Der richtige Weg wäre eigentlich, säurefreies Öl zu verwenden, wie es das im Baumarkt gibt, oder aber Nähmaschinenöl." Von Speisefetten oder -ölen rät der Experte ab, weil sie Säure enthalten: "Das könnte auch das Plastik angreifen."

Lange Eiszapfen hängen am Dach eines verklinkerten Hauses von der Regenrinne. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
Viel Frost und lange Eiszapfen gab es im vergangenen Winter picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte

Dach

Bei heftigen Schneefällen sind Dächer plötzlich einer völlig ungewohnten Last ausgesetzt. Hier ist vor allem die Frage, wie die Dach-Architektur Schneefälle in der Vergangenheit ausgehalten hat: "Wenn das Dach die Lasten bisher schadensfrei abgetragen hat, dann wird es die üblichen Schneelasten auch weiterhin tragen können", sagt der Sachverständige. Das gilt aber nur für relativ gewöhnliche Schneemengen: "Wenn man natürlich einen besonders schneereichen Winter mit sehr viel Schnee hat, dann sollte man ab und zu mal gucken. Wenn man dann Verformungen feststellt, dann muss das Dach halt 'abgeschaufelt' werden."

Ein Mann beseitigt mit einer blauen Schnee-Schaufel und in dicker Winterkleidung Schnee auf dem Gehweg vor seinem Haus. (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance / dpa | Michael Reichel)
Schneeschippen gehört zur Verkehrssicherungspflicht picture alliance / dpa | Michael Reichel

Verkehrssicherungspflicht

Eine Sache, die vielen Menschen immer erst einfällt, wenn der erste Schnee oder das erste Glatteis da ist: Es gibt ja die Verkehrssicherungspflicht! Hier hilft nur, schon jetzt an diese Situationen im Winter zu denken, sagt Ellinger: "Man sollte gucken, dass das Räumgerät vorbereitet und nutzbar ist sowie natürlich auch, dass man die entsprechenden Streumittel hat."

STAND
AUTOR/IN
ONLINEFASSUNG