Wie umgehen mit Nazisymbolen an Hausfassaden?

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Florian Zelt

Der Reichsadler und andere Nazisymbole sind hierzulande an einigen Fassaden noch immer präsent. Oftmals können sie aus Gründen des Denkmalschutzes oder der Denkmalpflege nicht einfach entfernt werden. Welche Möglichkeiten gibt es, sich dennoch kritisch mit ihnen auseinanderzusetzen? Darüber hat SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt mit Jörg Widmaier vom baden-württembergischen Landesamt für Denkmalspflege gesprochen.

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Für Widmaier ist die Entfernung von Symbolen eine Variante, die nicht unbedingt dazu führe, "dass wir mehr über die Geschichte erfahren oder anhand der Geschichte und ihrer Zeugnisse lernen können." Er könne zwar verstehen, dass manche Leute den Reichsadler am Finanzamt in Ulm mit Farbbeuteln bewerfen. Die Zeit des Nationalsozialismus werde zurecht in einer bestimmten Weise betrachtet. "Gleichzeitig ist es aber so, dass wir diese Ereignisse nicht wieder gut machen, wenn wir die Zeichen entfernen," so Widmaier.

Kulturdenkmale sind da, um sich auch daran zu stoßen

Kulturdenkmale seien nicht immer nur schön. "Es können auch Objekte sein, die uns an unschöne Ereignisse erinnern - und uns auffordern, dass wir uns daran stoßen und historischen Ereignissen bewusst werden und reflektieren." Wie er einen Wettbewerb für künstlerische Umgestaltung der Nazisymbole sieht, sagte Jörg Widmaier im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Florian Zelt.

Ulm

Umgang mit Nazi-Symbolen Reichsadler aus der NS-Zeit in Ulm: Wettbewerb für künstlerische Umgestaltung

An der Fassade des Ulmer Finanzamtes hängt ein großer, steinerner Reichsadler. Wie umgehen mit dem Symbol aus der Zeit des Nationalsozialismus? Ein Kunstwettbewerb soll die Lösung bringen.

SWR4 BW am Morgen SWR4 Baden-Württemberg

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