Welthungerhilfe sieht Chancen für Weizen-Export aus der Ukraine

"Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Hunger"

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AUTOR/IN
Alfred Schmit

Welthungerhilfe-Chef Mathias Mogge sieht in der Einigung zu Getreide-Lieferungen aus der Ukraine einen Hoffnungsschimmer im Kampf gegen Hunger. Getreidepreise könnten sinken, die neue Ernte gelagert werden und Chancen für politische Annäherung entstehen. Grund zur Sorge im Kampf gegen Hunger und für klimagerechte Lebensmittel gibt es aber immer noch.

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Angesichts der Einigung für mögliche Getreidelieferungen aus der Ukraine sieht der Chef der Welthungerhilfe, Mathias Mogge, neue Hoffnung im Kampf gegen Hunger in der Welt. Wenn die Ukraine wieder Weizen exportieren kann, würden davon besonders Länder in Nord-Afrika profitieren. Außerdem könnte die Einigung, an der auch die Vereinten Nationen beteiligt sind, drei Chancen bringen, so Mogge.

Chance auf sinkende Getreide-Preise

Wenn erst einmal die Millionen Tonnen Weizen aus dem Hafen von Odessa verschifft werden können, dürfte dadurch Getreide auf dem Weltmarkt billiger werden. Das würden alle Länder spüren, vor allem aber die bedürftigsten, deren Bevölkerung am stärksten unter den aktuell teuren Preisen leidet. Außerdem könnte die neue Ernte in der Ukraine bald eingelagert werden und schließlich sieht der Welthungerhilfe-Chef auch die Chance, dass sich eine politische Annäherung aus der Einigung ergibt. Immerhin sei ein Abkommen zwischen Russland und der Ukraine unter Beteiligung der Türkei und der Vereinten Nationen zustande gekommen. Daraus könnten Möglichkeiten für eine politische Annäherung oder sogar friedenssichernde Schritte entstehen.

Klimagerechte Landwirtschaft

Nach wie vor, sagt Mathias Mogge, setzt sich die Welthungerhilfe auch dafür ein, dass auch klimagerechte Landwirtschaft betrieben werden kann – besonders in den Ländern, in denen Hunger ein Problem ist. Beispiel Ostafrika: hier herrscht momentan Dürre, daher sei es wichtig, etwa für Regen-Auffangbecken zu sorgen, oder auch für Saatgut, das mit Dürre besser klarkommt. Insgesamt sei Dürre, die durch Klimawandel verursacht werde, ein größer werdendes Problem.

Spendenbereitschaft trotz Pandemie – Grund zum Danke sagen

Trotz der Pandemie mit all ihren Einschränkungen verzeichnet die Welthungerhilfe eine anhaltende Spenden-Bereitschaft. Das ist ein Grund zur Dankbarkeit, sagt Mathias Mogge. Natürlich könne es sein, dass sich das im Lauf des Jahres ändert. Gerade wegen stark steigender Energie-Kosten in Deutschland könnten Menschen nachdenklich werden, ob sie sich Spenden nach wie vor leisten können.

"Allerdings muss ich sagen, bisher sehen wir das nicht", so Mogge wörtlich. "Sondern bisher sehen wir, dass die Solidarität mit den Menschen im globalen Süden, in den Ländern, wo der Hunger besonders ausgeprägt ist, nach wie vor sehr, sehr groß ist." Mogge gibt sich zuversichtlich. Er hofft, dass die Spendenbereitschaft der Menschen in Deutschland so groß bleibt, wie sie zurzeit ist.

https://www.tagesschau.de/wirtschaft/weltwirtschaft/ukraine-getreide-exporte-101.html

https://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-1065701.html

https://www.tagesschau.de/ausland/europa/istanbul-ukraine-getreideexport-101.html

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