Ein Feuerwehrauto in einem brennenden Wald (Foto: dpa Bildfunk, picture alliance/ dpa/ XinHua)

Deutsche Helfer im Einsatz

Waldbrände in Südeuropa: "Auf Euböa ist der Teufel los"

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Seit Tagen kämpfen Feuerwehrleute und Bürger in Griechenland gegen Waldbrände. An vielen Orten sind ausländische Helfer im Einsatz, auch aus Deutschland.

In Griechenland steht ein großer Teil der Insel Euböa in Flammen. Den Feuerwehrleuten geht zeitweise das Wasser aus. Auch an anderen Orten in Griechenland ist die Lage dramatisch - zum Beispiel auf der Halbinsel Peloponnes. In der Nähe von Patras lebt der Deutsche Jan Hübel, Herausgeber und Chefredakteur der "Griechenland Zeitung". Er hat im SWR erzählt, dass er sich nur knapp vor dem Feuer in Sicherheit bringen konnte:

An vielen Stellen versuchen die Piloten von Löschflugzeugen, aus der Luft die Flammen einzudämmen. Die Einsätze sind gefährlich, die Flugzeuge müssen sehr tief über dem Boden fliegen, die Sicht ist durch den Rauch behindert, die Hitze der Feuer führt zu Turbulenzen. Auf der Insel Zakynthos ist sogar ein kleines Löschflugzeug abgestürzt, der Pilot hat überlebt.

"Löschflugzeuge allein können einen Waldbrand nicht stoppen"

Manchmal ist allerdings die Hitze so groß, dass das Wasser schon verdunstet, bevor es die brennenden Bäume erreicht. Und sowieso, erklärt Feuerwehrmann Sebastian Hodapp aus Wiesloch, Sprecher der Katastrophenschutzorganisation "@fire", sei ohne Einsatzkräfte am Boden kein Waldbrand zu löschen.

Hodapps Organisation will im Katastrophengebiet andere Feuerwehreinheiten unterstützen, die zum Beispiel aus Bonn kommen. Es gehe vor allem darum, den Einsatz der anderen Feuerwehrleute abzusichern.

Ein Drittel der Insel Euböa soll zerstört sein

Besonders dramatisch ist die Lage auf der Insel Euböa, die bei Urlaubern sehr beliebt ist. Journalist Jan Hübel von der "Griechenland Zeitung" sagte im SWR, ein Drittel der Insel sei zerstört, im nördlichen Teil brenne es weiter. Viele Menschen seien auf der Flucht, wollten die Insel so schnell wie möglich verlassen.

Viele der Menschen, die jetzt von Euböa und aus anderen Waldbrandgebieten flüchten, so Jan Hübel, seien Griechen, die im eigenen Land Urlaub machen. Zum Schluss fasst er zusammen: "Auf Euböa ist im Moment der Teufel los."

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