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Weihnachten könnte zum Turbo für das Corona-Virus werden, warnen Corona-Forscher. Sie halten die Pläne von Bayern zwar grundsätzlich für richtig, sehen aber auch Schwachstellen.

Mathematikerin Maria Barbarossa vom Frankfurt Institutes for Advanced Studies hat mir ihren Kollegen Modelle errechnet, wie die Corona-Zahlen weiter verlaufen könnten. Und die sehen nicht gut aus: Es sei zu erwarten, dass die Zahl der Corona-Toten noch einige Zeit weiter steigt: "Die Todeszahlen folgen den Zahlen der gemeldeten Fälle mit einer gewissen Verzögerung", so Barbarossa.

"Auch in unseren Modellen steigen die Todeszahlen"

Maria Barbarossa, Mathematikerin (Frankfurt Institute for Advanced Studies)

Deswegen sei es wichtig, jetzt und auch an Weihnachten möglichst wenigen Menschen zu begegnen, betonte Barbarossa im SWR. "Je weniger Kontakte wir haben, desto niedriger die Wahrscheinlichkeit, dass wir auf einen Infizierten treffen."

Gefährliche Kontakte gerade an Weihnachten möglich

Dass an Weihnachten in Bayern weiterhin jeweils zehn Menschen zusammen feiern dürfen, hält sie für riskant. Kontakte würden in Familienkreise oder Freundeskreise verlegt, "wo wir ein bisschen weniger Rücksicht nehmen und damit die Kontakte womöglich zu gefährlichen Kontakten werden lassen."

Virologe: "In Hotspots richtig kräftig auf die Bremse treten"

Der Frankfurter Virologe Martin Stürmer forderte vor allem in Hotspots noch stärkere Einschränkungen. Der "Lockdown light" habe keine Trendumkehr bei den Neuinfektionen bewirkt, sagte er im SWR. Deswegen müsse gerade in Hotspots besonders stark gehandelt werden. Mit Maßnahmen wie in Bayern nehme man dem Virus viele Kontakte weg, damit es sich nicht mehr ausbreiten könne.

Um "wieder Licht am Horizont zu sehen und aus dem Wahn des Lockdowns rauszukommen", so Stürmer, seien harte Maßnahmen nötig, die aber auch streng kontrolliert werden müssten.

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