Virologe Stürmer: Curevac-Scheitern ist Rückschlag für die Impfkampagne

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Der Frankfurter Virologe Dr. Martin Stürmer hat sich enttäuscht über den Rückschlag bei der Entwicklung eines Corona-Impfstoffs durch das Tübinger Unternehmen Curevac geäußert. Stürmer sagte in SWR Aktuell, damit fehle ein wichtiger Baustein der Impfkampagne. Allerdings seien die Daten zur reduzierten Wirksamkeit nur vorläufig: "Man muss das Ganze als Teilergebnis sehen und auf das finale Ergebnis warten."

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Die Nachricht, dass der Impfstoff von Curevac unter den Erwartungen bleibt, kommt zu einem Zeitpunkt, zu dem andere Hersteller ihre Impfstoff-Lieferungen reduzieren. Das Versprechen der Bundesregierung, jeder und jedem bis zum Ende des Sommers ein Impfangebot zu machen, sei aber ohnehin optimistisch, betont der Virologe.

Trotzdem müsse alles darangesetzt werden, "damit wir gut gerüstet in den Herbst gehen. Denn dort müssen wir definitiv mit steigenden Zahlen rechnen, unabhängig davon, welche Variante gerade in Deutschland dominiert."

Sorgen bereitet dem Leiter des Frankfurter IMD Labors die zunächst in Indien aufgetretene Delta-Variante. Sie dürfe auf keinen Fall unterschätzt werden. "Wir sehen in Großbritannien, was die Delta-Variante zu leisten im Stande ist. Sie ist sehr effektiv in der Verbreitung."

Vor allem zeige sich, dass nur vollständig Geimpfte vor dieser Mutation des Corona-Virus geschützt seien. "Insofern muss unser Ziel sein, möglichst schnell möglichst viele Menschen doppelt zu impfen."

Außerdem gehe es darum, nicht leichtsinnig zu werden und zu schnell und umfassend zu lockern. Unter anderem rät der Virologe, auch in der Außengastronomie nicht auf das Testen zu verzichten. „Sonst haben wir viel schneller eine vierte Welle, als uns das lieb sein wird.“

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