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Joe Biden oder Donald Trump? Wer wird der nächste US-Präsident? Das können 230 Millionen wahlberechtigte US-Bürgerinnen und -Bürger am 3. November entscheiden. In unserer SWR-Aktuell-Serie "Was hat das mit mir zu tun?" berichten wir ausführlich über den deutschen Blick auf die Entscheidung in den USA.

Die Corona-Krise ist ohne Zweifel das Hauptthema im Wahlkampf. Aber auch die Wirtschaftspolitik und das Thema Zuwanderung spielen eine Rolle bei der Auseinandersetzung zwischen dem Republikaner Trump und dem Demokraten Biden.

Winzer aus Nackenheim: "Krise mit Durchhaltevermögen managen"

Seit 30 Jahren verkauft das Weingut Gunderloch in Nackenheim in Rheinhessen seine Weine auch in den USA. Natürlich schaue man gerade gespannt auf die Präsidentenwahl, sagt Winzer Johannes Hasselbach.

"Es wird sich über Nacht nichts ändern, auch wenn Trump verliert - so realistisch sind wir".

Johannes Hasselbach, Winzer

Falls Trump im Amt bliebe, könnte die Lage in Bezug auf die Strafzölle sogar weiter eskalieren. Die Verluste seien spürbar und frustrierend, sagt Winzer Hasselbach. Er hofft, dass die USA unter einem Präsidenten Biden wieder mehr auf die EU zugehen würden.

Trotz angespannter Lage optimistisch

Hasselbach sagt, er und seine Kollegen seien als Landwirte daran gewöhnt, langfristig zu denken, teilweise auch über mehrere Generationen. "Und deswegen werden wir versuchen, diese Krise auch mit viel Durchhaltevermögen zu managen."

Deutscher Maschinenbauer: Könnte sowohl mit Trump als auch mit Biden klarkommen

Auch der Baden-Badener Maschinenbauer ARKU blickt mit Spannung auf die Wahl - denn die USA sind ein wichtiger Markt, und das Unternehmen hat dort ein Zweigwerk. Firmenchef Albert Reiss sagt, wirtschaftlich stünden Trumps Republikaner traditionell näher an der "Old Economy", also an der Branche von ARKU. Es gebe aber auch gute Gründe, warum Trump nicht an der Macht bleiben sollte. Die Situation vor so einer Wahl sei schwierig, weil US-Kunden bis zur Entscheidung mit neuen Aufträgen zögerten. Reiss wünscht sich "ein schnelles, klares Ergebnis - und keine Hängepartie."

Freundschaft und Fluglärm: Spangdahlem

Das Wahlergebnis könnte für die Menschen und die Wirtschaft in der Eifel direkte Konsequenzen haben. Bleibt Trump im Amt, könnte er den angekündigten Truppenabzug umsetzen. Michael Billen, Beigeordneter im Eifelkreis Bitburg Prüm, hofft, dass die Airbase Spangdahlem erhalten bleibt.

"Vernunft siegt, Freundschaft bleibt"

Michael Billen, Beigeordneter im Eifelkreis Bitburg Prüm

Billen sagt, zum einen seien die Airbases Spangdahlem und Ramstein strategisch wichtig für die USA und die NATO. Zum anderen sei von US-Senatoren und anderen Verantwortlichen zu hören, man könne auf die deutschen Standorte nicht verzichten. Außerdem seien wichtige Generäle der USA früher in der Eifel stationiert gewesen.

„Man sieht, welchen Unterschied gutes und schlechtes Regieren macht“

Cornelia Funke, deutsche Autorin in Malibu

Die deutsche Autorin Cornelia Funke lebt und arbeitet im kalifornischen Malibu. Sie fürchtet, dass wegen Donald Trumps Politik der "American Dream" abhanden kommt und der Rassismus wächst. Trump sei ein Anführer, der "all das, was im Verborgenen lebt – das kennen wir ja auch aus Deutschland- füttert, nährt und stützt." Zum Glück sprächen sich die Regierenden in Deutschland für Offenheit, Toleranz und Mitgefühl aus.

Trump hält wenig von Wissenschaft

In der Corona-Krise fällt besonders auf, dass Präsident Trump offenbar wenig von Wissenschaft versteht und sie häufig als unwichtig einschätzt. Das habe Auswirkungen auf die gesamte US-Gesellschaft, sagt der deutsche Neurowissenschaftler und Nobelpreisträger Thomas Südhof.

Südhof lebt und forscht seit 37 Jahren in den USA. "Es ist ohne Zweifel schwieriger geworden, den Wert von Wissenschaft als unparteiischer Wahrheit darzustellen".

The Fake News Media is riding COVID, COVID, COVID, all the way to the Election. Losers!

Selbst seine eigenen wissenschaftlichen Berater -wie der führende Virologe der USA, Dr. Anthony Fauci- klagen, dass Trump nicht auf sie hört. Fauci hat dem Sender MSNBC gesagt, dass Trump seit Monaten nicht mehr an einer Sitzung der Corona-Task-Force teilgenommen habe. Stattdessen wird Fauci von Trump beschimpft und verspottet.

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