Jörg Schönenborn: Darum lagen die Umfragen zur US-Wahl zum Teil daneben

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Vor den Präsidentschaftswahlen in den USA hatten Umfragen den Eindruck erweckt, Joe Biden würde einen komfortablen Sieg mit deutlicher Mehrheit einfahren. Noch kann er gewinnen, aber es ist eher eine Zitterpartie. ARD-Wahlexperte Jörg Schönenborn sieht darin kein grundsätzliches Versagen der Demoskopen. Schon vor der Wahl sei klar gewesen, dass es besondere Unsicherheitsfaktoren gab: "Das war die Pandemie und der ungewöhnliche Wahlverlauf – mit Millionen Stimmen seit Mitte September." Schönenborn bezeichnet das als "demoskopisches Neuland", weil noch nie eine US-Wahl unter solchen Umständen stattgefunden hat. Aus seiner Sicht gibt es zwei wichtige Punkte, die man beim Umgang mit Vorwahlumfragen beachten muss: "Umfragen haben nicht den Zweck, Ergebnisse vorauszusagen, und natürlich lösen Umfragen auch Mobilisierung aus." Rückblickend werde sich wahrscheinlich herausstellen, "dass die sehr positiven Umfragen für die Demokraten republikanische Wähler ganz besonders mobilisiert haben", sagte Schönenborn im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Andreas Herrler.

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