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Ganz Deutschland redet vom E-Autos und Maßnahmen zum Schutz des Klimas. Trotzdem gibt es einen neuen Zulassungsrekord bei SUVs, die nicht gerade für Umweltbewusstsein stehen. Das hat Gründe.

Birgit Scheucher sieht im Erfolg der Sports Utility Vehicle - dafür steht SUV - vor allem marktpsychologische Gründe. Die Münchner Verkehrspsychologin sagte dem SWR, Fahrer solcher meist hochmotorisierten und spritschluckenden Boliden schätzten vor allem das Gefühl von Sicherheit. Das liege an der erhöhten Sitzposition und der bulligen Form der Autos.

"Ich fühle mich geschützt, wie in einem Panzer."

Birgit Scheucher, Fachpsychologin für Verkehrspsychologie (SWR Aktuell)

Zeigen, was man hat

Ein mindestens ebenso wichtiger Grund werde meist in den Hintergrund gestellt, weil er nicht besonders politisch korrekt sei: Für viele, die sich einen Audi Q7, BMW X6 oder Mercedes GLS leisteten, gehe es um Prestige. Die Wagen seien teuer, edel ausgestattet und schnell. Vor allem aber seien sie groß und das demonstriere Macht: "Man muss mir Platz machen", erläutert die Psychologin.

Kein schlechtes Gewissen

Verkehrspsychologin Scheucher schließt nicht aus, dass es SUV-Fahrer gibt, die im Bio-Supermarkt einkaufen und ihre Kinder zur "Fridays for Future"-Demo fahren. Dabei gehe es ihrer Einschätzung nach aber nicht darum, ein schlechtes Gewissen zu kompensieren. Generell spiele für den Käufer eines solchen Autos mit hohem Spritverbrauch das Thema Umwelt eher eine untergeordnete Rolle.

Kommentar: Warum sollen die Verbraucher alles verantworten?

Erstmals wurden innerhalb eines Jahres in Deutschland über eine Million SUVs und Geländewagen verkauft. Gleichzeitig sollen die Verbraucher in Sachen Klimawandel immer mehr in die Verantwortung genommen werden. Das findet SWR-Umweltredakteur Axel Weiß unfair. Warum kann die Politik nicht wirksame Rahmenbedingungen schaffen? Die Öko-Moral bringe niemandem etwas.

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