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NRW-Ministerpräsident Laschet hält sich vorerst weiter bedeckt. Dagegen hat sich Ex-Unionsfraktionschef Merz für die AKK-Nachfolge in Stellung gebracht – und Gesundheitsminister Spahn lässt durchblicken, dass er sich nicht für zu jung hält.

Jens Spahn wäre der jüngste Vorsitzende, den die CDU je hatte, erklärt die Parteienforscherin Manuela Glaab im SWR. Gleichzeitig sei der 39-Jährige politisch erfahren und habe sich Anerkennung als Gesundheitsminister erworben. "Insofern weist er das das Altersargument mit Recht zurück", so Glaab.

Jugend allein ist kein Vorteil

Die Politikwissenschaftlerin stellt aber auch klar: Ein junger Parteichef hat nicht automatisch die Unterstützung der jungen Wählerschaft und die der Jungen Union. Vielmehr komme es auf die Integrationsfähigkeit des künftigen Vorsitzenden an: "Die Partei zusammenzuhalten und die Wählerschaft zu binden, ist die eigentliche Herausforderung." Das gelte umso mehr, weil die Personalfrage an der Spitze der CDU auch eine Richtungsfrage sei.

Hier das ganze Interview mit Manuela Glaab:

Parteienforscherin Glaab gesteht Spahn zu, gegenüber dem 64 Jahre alten Friedrich Merz für einen Generationswechsel zu stehen. Allerdings sei die Außenseiterrolle des früheren Merkel-Gegenspielers Merz einer seiner größten Trümpfe: Ohne Amt und Mandat stehe er für eine klare Trennung vom Politikstil der Kanzlerin. So gesehen sei die Frage nach dem Alter nachrangig.

Rennen um Parteivorsitz offen

Die Politikwissenschaftlerin sieht das Rennen um den Parteivorsitz noch vollkommen offen. Sie verweist darauf, dass sich Parteivize und NRW-Ministerpräsident Laschet noch nicht über mögliche Ambitionen geäußert habe. Laschet habe den stärksten Landesverband der CDU im Rücken und könne als Dritter im Bund der Kompromisskandidat werden.

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