Ski, Snowboard und Schlitten- aber sicher! ADAC testet Helme

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Jonathan Hadem

Auch wenn der Januar allmählich zu Ende geht - wir sind immer noch mitten im Winter. Wer Wintersport betreiben will, der findet in den Alpen durchaus Flecken, an denen für Ski, Snowboard und Schlitten genug Schnee liegt. Wichtig dabei ist ein guter Schutz, gerade für den Kopf, damit das winterliche Vergnügen nicht mit gefährlichen Verletzungen endet. Der ADAC hat Ski- und Snowboard-Helme getestet. Ob hier "teuer gleich gut" gilt, das hat SWR-Aktuell-Moderator Jonathan Hadem Katja Legner vom ADAC gefragt.

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SWR Aktuell: Wer sich beim Wintersport gut schützen will, muss der wirklich richtig viel Geld ausgeben? Oder gibt es auch günstige Helme, die gut schützen?

Katja Legner: Wir haben zehn Ski-. und Snowboardhelme getestet, und die Kosten reicht von 49 Euro bis 99 Euro. Die zehn Helme, die wir untersucht haben, zeigen schon: Der günstigste Helm, der von Decathlon, ist zugleich auch der schlechteste. Der Testsieger wiederum kostet tatsächlich knapp 100 Euro.

SWR Aktuell: Wie unterscheiden die sich denn im Einzelnen in der Qualität? Geht es doch nur um die Bruchfestigkeit, oder haben Sie auch draufgeguckt, wie bequem so ein Helm ist?

Katja Legner: Beides war wichtig, wobei natürlich eine unterschiedliche Gewichtung stattfand. Die Stoßdämpfung und die Durchdringungsfestigkeit sind die wichtigsten Kriterien -klar, das macht ja auch den Unfallschutz aus. Daneben war natürlich trotzdem wichtig: Wie gut passt mir der Helm? Wie lässt sich der Kinngurt einstellen? Wie sensibel ist das Drehrad am Hinterkopf? Das floss natürlich auch alles ein in unseren Test.

SWR Aktuell: Muss ich denn dann trotzdem tatsächlich die 99 Euro ausgeben, die sie gerade ins Spiel gebracht haben? Oder reicht möglicherweise auch der Helm, der vielleicht schlechter abschneidet als die guten, aber trotzdem eben nur 50 Euro kostet?

Katja Legner: Man muss entscheiden, was einem wichtig ist. Wenn man die Passform für wichtiger erachtet als die Sicherheit - was ich nicht hoffe - dann kann man sich sicher auch auf diesen Decathlon-Helm zurückgreifen. Aber wenn einem der Unfallschutz natürlich sehr viel wert ist, dann muss man auch das Geld ausgeben. Aber was natürlich trotzdem immer geboten ist: Man sollte einen Helm nur dann kaufen, wenn er auch gut passt.

SWR Aktuell: Worauf muss ich achten? Muss dann noch ein Finger dazwischen passen? Oder muss alles wirklich richtig eng anliegen?

Katja Legner: Er muss fest passen, aber er darf natürlich auch nicht drücken. Man sollte den Helm einfach mal selbst aufsetzen. Also keinesfalls im Internet kaufen, sondern tatsächlich ins Geschäft gehen, verschiedene Helme aufprobieren. Und dann wird man sehen, der eine passt besser, der schützt auch die Ohren gut. Da lässt sich das Kinnband gut einstellen, den kann ich auch leicht abstreifen - und bei dem anderen passt das eben nicht so. Was auch immer wichtig ist: Die Skibrille muss gut abschließen mit dem Helm, denn man möchte ja beim Fahren auch die Augen geschützt haben.

SWR Aktuell: Wenn ich jetzt mal davon ausgeht, dass ich vielleicht schon einen Helm habe und gerade erst überlege, ob ich vielleicht einen neuen kaufe. Ab welchem Zeitpunkt muss ich denn diesen alten Helm tatsächlich irgendwann „begraben“? Wenn der jetzt fünf Jahre alt ist, muss er dann sofort weg? Oder gibt es da bestimmte Kriterien, auf die ich achten muss?

Katja Legner: Das Hauptkriterium ist: Wenn ich einen schweren Sturz habe, bei dem ich mit dem Kopf aufschlage, dann ist es auf jeden Fall geboten, den Helm zu ersetzen. Denn es könnten kleine Haarrisse im Schaumstoff entstanden sein oder auch in der Karkasse, also in der Außenhaut, die gar nicht sichtbar sind, aber die natürlich den Schutz gefährden. Darüber hinaus: Auch wenn ich keinen Sturz hatte, ist es wahrscheinlich so, dass der Schaumstoff ausleiert, dass er einfach altert. Und dann ist es schon aus Hygiene- und auch Bequemlichkeitsgründen geboten, sich um einen neuen Helm zu kümmern.

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Jonathan Hadem