Warum es gut ist, dass die antisemitische Schmähplastik in Wittenberg bleiben darf

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Die als Wittenberger "Judensau" bekannte Schmähplastik darf weiter an der Stadtkirche der Lutherstadt bleiben. "Ich kann nur aufatmen", sagt der in Tel Aviv geborene Historiker und Publizist Michael Wolffsohn im SWR Aktuell-Interview als Reaktion auf das Urteil des Bundesgerichtshofs (BGH). Er sei gegen jegliche Form der Geschichtsfälschung. "Man kann das was war, nicht ungeschehen machen." Es stehe außer Frage, dass die Schmähplastik eine "echte Sauerei ist". Doch die Gesellschaft sei gefordert, sich mit dieser Sichtweise des Christentums auf das Judentum auseinanderzusetzen, was nach einem Abmontieren des Reliefs nicht mehr hätte stattfinden können.
"Jede offene Gesellschaft besteht aus These und Gegenthese, die offen ausgetragen werden", ergänzt der jüdische Historiker und Publizist. Es mache keinen Sinn, den Kopf in den Sand zu stecken. "Das Ignorieren der Probleme löst die Probleme nicht."
Warum Michael Wolffsohn kein Befürworter der Cancel Culture ist, erläutert er ebenfalls im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Petra Waldvogel.

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