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Der russische Oppositionspolitiker Alexej Nawalny hat angekündigt, am Sonntag nach Russland zurückzukehren. Für Fabian Burkhardt, Politikwissenschaftler und Russlandexperte am Leibniz Institut für Ost- und Südosteuropaforschung, geht er damit ein großes Risiko ein. "Herr Nawalny pokert sehr hoch", sagte Burkardt im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderator Stefan Eich.
Bereits kurz nach dem Giftanschlag gegen ihn im Sommer hatte Nawalny gesagt, er wolle trotz allem wieder nach Russland zurück. Nach Einschätzung des Russlandexperten besteht nicht nur die Gefahr, dass Nawalny direkt nach der Ankunft in Untersuchungshaft genommen wird, weil dort verschiedene Strafverfahren gegen ihn laufen. "Der Einsatz, den Nawalny hier ins Spiel wirft, ist unter anderem sein Leben“, so Burkhardt. Das Risiko nehme dieser aber bewusst in Kauf. Ob Nawalnys inzwischen weltweite Prominenz ihn schützen könne, "bleibt abzuwarten", meint Burkardt. Auf jeden Fall sei die Botschaft des Kreml mit den Aktionen gegen Nawalny: "Wer sich nicht an unsere Spielregeln hält, der muss mindestens mit Strafverfahren rechnen, und im bedrohendsten Fall kann sogar der Tod vor der Tür stehen." Dabei gehe es zum einen um "gewisse Rachegelüste" von Präsident Putin aber auch darum, Angst zu schüren, betonte Burkhardt.

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