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Seit dem Brand im Flüchtlingslager Moria häufen sich die Berichte von Journalistinnen und Journalisten, dass sie in ihrer Berichterstattung behindert werden. Das erklärte Juliane Matthey von Reporter ohne Grenzen im SWR. Problematisch sei dabei vor allem die Willkür der Einschränkungen durch Polizeikräfte: "Teilweise wird Berichterstattung zugelassen, teilweise ist es möglich dorthin zu gehen und Geflüchtete zu interviewen. Teilweise wird es auch unterbunden - mit sehr unterschiedlichen Begründungen: Mal mit Verweis auf Corona-Schutzbestimmungen, teilweise heißt es, hier findet eine Militäroperation statt, teilweise auch gar keine Begründung", so Matthey. Häufig würden Journalisten nicht durchgelassen oder des Platzes verwiesen. Inzwischen gebe es mehrere Fälle – wie bei SWR Aktuell am Morgen – in denen Journalisten in ihrer Live-Berichterstattung behindert worden seien und diese unterbrechen mussten. Ein Korrespondent der Zeitung 'Die Welt' sei in der vergangenen Woche gewaltsam festgenommen worden, als er von einer Solidaritätskundgebung von Einheimischen berichtet habe. Reporter ohne Grenzen sieht "auf jeden Fall die Bestrebungen der griechischen Behörden, die Berichterstattung nicht ganz frei zuzulassen." Deshalb hat sich die Organisation in einem offenen Brief an die Behörden gewandt, und auf eine freie Berichterstattung gedrungen. Matthey sagte dazu, es sei bei einem "so brennenden und aktuellen internationalen Thema" wichtig, "dass sich Journalistinnen und Journalisten (…) ungehindert ihr eigenes Bild machen können, damit auch die Öffentlichkeit sich ihr eigenes Bild machen kann und wirklich informiert über dieses Thema diskutieren kann."

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