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Der "Verband Deutscher Reeder" sieht die tagelange Blockade des Suezkanals durch die Havarie des Container-Schiffs "Ever Given" als eine Art teuren Unfall für die internationale Wirtschaft. Die Auswirkungen werde die Weltwirtschaft zwar noch einige Wochen spüren, aber nicht so gravierend wie es zwischenzeitlich zu befürchten war, schätzt Christian Denso vom Reeder-Verband in Hamburg. Der Stau am Suez-Kanal werde sich in den nächsten Tagen rasch auflösen. Im Gespräch mit SWR Aktuell-Moderatorin Vanja Weingart prognostiziert er allerdings, dass nun die Häfen vom "Ketchup-Flaschen-Effekt" betroffen seien. Aktuell sei es noch "zu ruhig" – zu wenig Schiffe kommen an – dann aber kämen alle auf einmal.

"Suezkanal ist eine der wichtigsten Autobahnen der Schifffahrt weltweit"

Christian Denso, "Verband Deutscher Reeder"

Denso verglich: "Das ist, wie wenn bei Ihnen in Süddeutschland eine Autobahn auf unbestimmte Zeit gesperrt ist." Solche Ereignisse sorgten immer für Probleme. Trotzdem sagt der Verbandsvertreter: "Die Globalisierung und die Weltwirtschaft ist ein über Jahre und Jahrzehnte sehr detailliert ausgearbeitetes System, das im Großen und Ganzen ja gut funktioniert."

Reeder sprechen von weniger Unfällen auf den Weltmeeren

Angesichts solch frequentierter Strecken wie dem Suez- oder dem Panama-Kanal scheint das Handelssystem sehr fragil. Denso beschwichtigt aber: "Wir haben in der Schifffahrt einen ganz klaren Trend, der sagt, dass Unfälle in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stetig abgenommen haben." Gleichzeitig seien in der Container-Schifffahrt die Schiffe immer größer geworden. "Da muss es doch einen Zusammenhang geben", sagte Denso. "Nur weil einmal in zehn oder zwanzig Jahren ein Schiff den Suezkanal für ein paar Tage blockiert, muss man nicht das ganze System gleich infrage stellen." Immerhin stelle auch niemand ernsthaft das System der LKW-Transporte infrage, obwohl regelmäßig Unfälle passierten.

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