Psychiatrie-Leiterin: Mädchen haben besonders unter Corona-Isolation gelitten

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AUTOR/IN
Vanja Weingart

Viele junge Menschen leiden nach einer Studie des UNO-Kinderhilfswerks Unicef unter einer psychischen Störung. Jugendliche zeigen demnach etwa Verhaltensauffälligkeiten, Angststörungen oder Depressionen. Diese hätten durch die Corona-Pandemie zugenommen. Inzwischen sei weltweit jeder siebte Heranwachsende zwischen 10 und 19 Jahren betroffen.

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Auch die Aachener Professorin Beate Herpertz-Dahlmann hat beobachtet, wie die Corona-Pandemie vielen Kindern und Jugendlichen psychische Probleme bereitet hat: Viele von ihnen fühlten sich einsam, hätten den Kontakt zu Gleichaltrigen verloren und hätten nun Angst, "dass sie ihre Freundschaften nicht mehr so hinbekommen, wie das vorher war", erzählte die Direktorin der Klinik für Psychiatrie, Psychosomatik und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters an der Uniklinik Aachen im SWR.

Höhere Suizidgefahr bei Mädchen

Besonders Mädchen hätten unter der sozialen Isolation gelitten. Dadurch sei bei ihnen die ohnehin höhere Anfälligkeit für Suizid gestiegen. Auch Magersucht und Angst vor Schulversagen trete bei ihnen häufiger auf als bei Jungen. Dass der Unterricht nun wieder in der Schule stattfinde, sei für viele Kinder und Jugendlche eine Erleichterung - wenn auch nicht für alle: Für manche sei das eine große Belastung: "Die tun sich einfach schwer, wieder in diesen Alltag mit vielen Stunden Schule hineinzukommen". Dennoch berichten nach Angaben der Klinikleiterin nahezu alle ihre Patienten, sie seien froh, Freundinnen und Freunde wieder sehen zu können.

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