Polizistenmord in RP: "Es bleibt immer ein Restrisiko"

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Hauck, Christian

Der Mord an zwei Polizisten im rheinland-pfälzischen Landkreis Kusel ist auch für die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) ein Schock. In den frühen Morgenstunden waren eine 24-jährige Polizistin und ihr 29-jähriger Kollege während einer Fahrzeugkontrolle niedergeschossen worden.

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"Was muss das für die Angehörigen und die Kolleginnen und Kollegen sein? Zwei so junge Menschen einfach aus dem Leben gerissen, gehen gestern Abend noch aus dem Haus und heute Morgen bekommen die Angehörigen gesagt, sie sind verstorben. Das ist einfach nur schlimm", so der stellvertretende DPolG-Landesvorsitzende Patrick Müller im Interview mit SWR.

Verhalten in Gefahrensituationen muss immer wieder geübt werden

Auf die Frage, wie Polizisten auf Gefahren wie den Schusswaffengebrauch bei Verkehrskontrollen vorbereitet würden, sagte Müller, solche Situationen würden in der Ausbildung immer wieder geübt. "Ich kann mich noch an meine Ausbildung erinnern, da hat der Ausbilder einfach mal eine Pistole in die Ablage gelegt und deutlich gemacht, wie schwer die eigentlich zu sehen ist. Er hat direkt danach gegriffen - und wir hatten eigentlich gar keine Chance in dem Moment." Dass die Überraschung trotz der Übungssituation groß gewesen sei, hat Müller bis heute nicht vergessen. Die Sensibilisierung für mögliche Gefahren bei Einsätzen sei enorm wichtig.

"Wir sind kein Polizeistaat"

Dennoch sagt Müller auch: "Es bleibt immer ein Restrisiko." Anders als in den USA seien Autofahrern bei Verkehrskontrollen nicht dazu verpflichtet, die Hände aufs Lenkrad zu legen. Verkehrsschulen könnten dazu raten, mehr aber auch nicht. "Wir sind kein Polizeistaat und haben keine Verhaltensweisen wie in den USA", so Müller.

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Hauck, Christian