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Ein Joghurtbecher gehört nach dem Leeressen in die Gelbe Tonne, ein kaputter Eimer aus derselben Sorte Plastik ist aber Restmüll. Wer soll das verstehen? Geht das nicht einfacher?

Jedes Jahr entsorgen wir 2,6 Millionen Tonnen Abfall in Gelbe Tonnen bzw. Gelbe Säcke. Rund 30 Prozent von dem, das darin verschwindet, gehört gar nicht hinein. Damit sich das ändert, informieren die Dualen Systeme, die für die Abfalltrennung in Deutschland zuständig sind, in einer bundesweiten Aufklärungskampagne über richtige Mülltrennung.

Selbst Experten blicken nicht immer durch

Der Kreislaufwirtschaftsexperte Henning Wilts vom Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie sagt, das heutige System sei schwer verständlich. Er selbst wisse auch nicht immer, ob ein bestimmter Abfallartikel in den Gelben Sack gehört oder nicht.

In manchen Fällen sei das heutige Recyclingsystem sogar völlig unlogisch. Ein und derselbe Artikel werde nach den Vorschriften unterschiedlich eingestuft, je nachdem, wie der Verbraucher ihn gekauft hat.

Ein Plastik-Blumentopf, den ich mit einer Blume darin gekauft habe, ist eine Verpackung und gehört ins Recycling. Ein Blumentopf, den ich leer gekauft habe, ist Restmüll.

Henning Wilts, Leiter der Abteilung Kreislaufwirtschaft beim Wuppertal-Institut für Klima, Umwelt und Energie

Mit der Internetaktion "Mülltrennung wirkt" wollen die Entsorgungsunternehmen mehr Klarheit darüber schaffen, was in welche Tonne gehört. Damit wollen sie sogenannte "Fehlwürfe" reduzieren - also, dass Menschen Dinge in den Gelben Sack geben, die in den Sortieranlagen mühsam wieder herausgeholt und dann zum Restmüll gegeben werden müssen.

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