Militärexperte Wolffsohn: "Fürchte, dass es beim Kampf um Kiew zu einem Blutbad kommt"

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AUTOR/IN
Marie Gediehn

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Der Historiker Michael Wolffsohn warnt davor, dass der Krieg Russlands gegen die Ukraine nach dem Ende der konventionellen Kampfhandlungen zu einem Guerilla-Krieg werden könne. Wolffsohn sagte im SWR: „Die ukrainische Bevölkerung ist ganz offensichtlich nicht bereit, sich zu ergeben.“ Diesen Guerilla-Krieg müsse Russland erst einmal durchstehen, „und da habe ich meine Zweifel“, betonte der Militärexperte. Deshalb sei zu befürchten, dass es beim russischen Versuch, die ukrainische Hauptstadt Kiew zu erobern, „zu einem schrecklichen Blutbad kommt“. Trotz „heldenhaften Muts“ sehe er keine Chance, dass sich die ukrainische Armee lange gegen die Übermacht der russischen Invasoren halten könne. Die militärischen Kräfteverhältnisse seien eindeutig. Die Wirkung der Waffenlieferungen des Westens bezeichnete Wolffsohn als „Pflaster auf einem Krebsgeschwür.“ Was jetzt geliefert werde, sei einfach nicht genug. „Der Westen hat nicht nur geschlafen – er hat sich geweigert, die Realität wahrzunehmen“, sagte Wolffsohn im Gespräch mit SWR2-Moderatorin Marie Gediehn.

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