Messebauer-Branche im Corona-Engpass: "Keine Möglichkeit, an Leute zu kommen!"

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Der Messebau hat eine harte Zeit hinter sich - wegen Corona ging in den vergangenen beiden Jahren praktisch nichts. Jetzt kommt die Branche langsam wieder in Fahrt: Am Donnerstag startet zum Beispiel die Messe "Fair handeln" in Stuttgart. "Wir haben die Corona-Zeit überstanden, aber mit vielen Plänen B", sagte der Messebauer Till O. Scheurle im Gespräch mit SWR-Aktuell-Moderator Arne Wiechern. Problematisch sei im Moment vor allem, dass Messen verschoben worden seien und nun zeitgleich mit anderen stattfänden. "Unsere Kapazität reicht nicht aus, alle zu bedienen", sagte Scheurle. Zumal sich viele, vor allem freie Mitarbeiter, neue Jobs in anderen Bereichen, etwa am Bau, in der Solaranlagen- oder Sauna-Branche gesucht hätten. "Die kriegen wir nicht wieder, weil sie ja in festen Arbeitsverträgen sind", so Scheurle. "Es gibt praktisch keine Möglichkeit, an Leute zu kommen". Problematisch sei auch, dass beim Messebau Vorerfahrung nötig sei. Man brauche ausgebildete Handwerker, etwa Schreiner oder Zimmerleute. Für studentische Hilfskräfte oder Ungelernte sei der Messebau nichts. Auch Material-Engpässe machen der Branche Sorgen: Man habe zwar schon im vergangenen Jahr damit begonnen, zu kaufen und zu lagern - etwa Plexiglas, Holz oder Bodenbeläge, sagte Scheurle. Optimal sei die Lage aber dennoch nicht. Zum Glück seien die Kunden überwiegend flexibel: "Sie sagen, da nehmen wir halt nicht den Boden X, sondern den Boden Y, der verfügbar ist". Hören Sie im Audio, wie der Veranstaltungs-Fachmann die Zukunft seiner Branche im Spätjahr sieht und welche Befürchtungen er hat.

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