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Der Beruf Fliesenleger bekommt wieder einen Meister. Genauso, wie der Parkettleger und der Raumausstatter. Insgesamt zwölf Berufe sollen wie früher der Meisterpflicht unterliegen.

Mit dem Beschluss will der Bundestag die Qualität verbessern und die Ausbildung in Handwerksberufen attraktiver machen. Konkret heißt das: wer künftig einen Betrieb gründen und Lehrlinge ausbilden möchte, braucht dazu wieder die zusätzliche Weiterbildung auf der Meisterschule. Die kostet, je nach Beruf, manchmal mehr als 10.000 Euro.

Die Meister-Ausbildung umfasst auch Betriebswirtschaftslehre und Recht

Die stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Handwerkskammer der Pfalz, Ursula Stange, begrüßt die Entscheidung des Bundestags. Im SWR sagte sie, die Wiedereinführung der Meisterpflicht diene auch dem Verbraucherschutz: "Es ist eine Tatsache, dass die Ausbildung zum Meister nicht nur den praktischen und den fachlichen Teil der Ausbildung zum Meister umfasst, sondern auch unternehmerische Bereiche, wie Betriebswirtschaftslehre und Recht."

Die Meisterprüfung gebe "ein gutes Grundgerüst", das die Betriebe stärke und für ein nachhaltiges Unternehmertum sorge. "Das ist auch für die Verbraucher positiv, zum Beispiel im Hinblick auf die Gewährleistung."

Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Bedenken, dass weniger neue Betriebe dazukommen, wenn man mit der Meisterpflicht die Hürde wieder hoch setzt, teilt Stange nicht: "Gerade dem Fachkräftemangel im Handwerk will man mit der Meisterpflicht entgegenwirken." Nach der Aufhebung der Meisterpflicht im Jahr 2004 waren die Ausbildungszahlen gesunken. Die damalige rot-grüne Regierung wollte damals, in Zeiten hoher Arbeitslosigkeit, die Selbständigkeit fördern. Wer in dieser Zeit einen Betrieb ohne Meistertitel aufgemacht hat, bekommt Bestandsschutz.

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