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Die Union startet in den Bundestagswahlkampf mit Attacken gegen die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock. Der grüne Lack blättert ab, sagt CSU-Generalsekretär Markus Blume. Im SWR-Interview der Woche spricht er auch über Konsequenzen nach der Messerattacke eines Somaliers in Würzburg.

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Würzburg trauert. Ein junger Mann aus Somalia hat bei einer Messerattacke drei Frauen getötet und mehrere Menschen teils lebensgefährlich verletzt. Der Tatverdächtige soll psychisch auffällig gewesen sein, die Ermittler vermuten auch einen islamistischen Hintergrund der Tat. Bundesinnenminister Seehofer (CSU) hat die Frage gestellt, was bei der Integration schiefläuft. CSU-Generalsekretär Markus Blume spricht von der Tat eines Einzelnen, die noch aufgeklärt werden müsse. Bayern versage nicht bei der Integration. „Integration ist eine Daueraufgabe“, so Blume. Und für die Migranten sei sie „nicht Kür, sondern Pflicht.“ Den Versuch der AfD, mit dem Anschlag in Würzburg Wahlkampf zu machen, nennt Blume „widerlich“.

„Ich spüre großen Rückenwind für die Union“

Im Bundestagswahlkampf habe die Union in den letzten Wochen sehr viel richtig gemacht, sagt der CSU-Generalsekretär im SWR-Interview der Woche. Bei den Grünen dagegen reihe sich „Panne an Panne und Fehler an Fehler“. Blume will nicht kommentieren, ob der Rückenwind der Union dem Kanzlerkandidaten Armin Laschet zu verdanken sei. Nach dem Kampf um die Kanzlerkandidatur zwischen Laschet und CSU-Chef Markus Söder, habe man sofort wieder zusammengefunden und gehe jetzt geschlossen in den Wahlkampf. Blume nennt als Ziel für ein gutes Wahlergebnis 30 Prozent plus X – „und bei uns in Bayern dann immer noch eine Portion mehr“.

Der grüne Lack blättert ab

Die grüne Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock steht massiv unter Druck. Es geht um Korrekturen am Lebenslauf, um nachgemeldete Nebeneinkünfte und jetzt auch Plagiatsvorwürfe gegen ihr Buch. „Alles nicht total gravierend“, aber der Umgang der Grünen mit den Vorwürfen sei ein Problem, sagt der CSU-Generalsekretär. Die Grünen würden am eigenen moralischen Anspruch scheitern. Blume hatte Baerbock vorsätzliche Täuschung, schlampige Arbeit und Hochstapelei vorgeworfen. Im SWR-Interview der Woche sagt Blume, es gebe berechtigte Zweifel an der Regierungsfähigkeit von Baerbock und den Grünen. „Ich verstehe den Vertrauensschwund, den viele in das Grünen- Spitzenpersonal und gerade auch in Annalena Baerbock haben“, so Blume.

„Wir können jeden zum Klimaschützer machen“

Die Union setze auf nachhaltiges Wachstum und ambitionierten Klimaschutz, erklärt der CSU-Generalsekretär. „Wir versuchen, die Dinge eben auch zusammenzubringen – eher mit Anreizen und weniger mit Verboten“, sagt Blume im SWR Interview der Woche. Die Union baut auf wirtschaftlichen Aufschwung, um die Milliardenkosten für die Corona-Pandemie und den Klimaschutz aufzubringen. Steuererhöhungen schließt sie aus, die Schuldenbremse soll wieder eingehalten werden. Nach Ansicht von Blume hat die Finanzkrise gezeigt, dass wirtschaftlicher Aufschwung das richtige Rezept sei, um aus einer Krise zu kommen und einen Schuldenberg abzubauen.

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